Erich Reusch verstorben

Manuel Pestalozzi
3. Januar 2020
Das Wasserrelief (1973–1975) auf dem Forumsplatz der Ruhr-Universität Bochum ist ein Werk von Erich Reusch. (Foto: M/Wikipedia Commons)

Er wurde „Pionier im dezentralen Raum“ genannt und gestaltete den Innenhof des Bendlerblocks in Berlin. Am 29. Dezember 2019 ist der Bildhauer und Architekt Erich Reusch gestorben.

1925 in Wittenberg geboren, studierte Erich Reusch an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Ab 1953 war er in einem Düsseldorfer Architekturbüro tätig, danach von 1956 bis 1964 als freischaffender Architekt in Düsseldorf. Anschließend wandte er sich zunehmend der Bildhauerei zu und wurde 1975 zum Professor an der prestigeträchtigen Kunstakademie Düsseldorf berufen. Er stand dem „Lehrstuhl für Integration Bildende Kunst und Architektur“ vor. Nach mehrwöchigem Kampf ist der Künstler-Architekt im Alter von 94 Jahren verstorben, meldet der Tagesspiegel.

Besonders bekannt wurde Erich Reusch mit seinen begehbaren Bodenplastiken, so für die Neugestaltung des Bendlerblocks; der Innenhof in Berlin-Mitte ist ein wichtiges Mahnmal für die Erinnerung an den Widerstand des 20. Juli. Autorin Elke Buhr weist in ihrem Nachruf für das Magazin Monopol auf die Dezentralisierung der Skultpur durch Reusch hin, indem er mehrere abstrakte Formen in Beziehung setzte. Er habe die Skulptur vom Sockel geholt und damit Konzepte wie die Bodenplatten des amerikanischen Minimalisten Carl Andre vorweggenommen. Als Beispiel nennt sie den Forumsbrunnen in der „modernistischen Betonmaschine“ der Ruhr-Universität Bochum. Reusch krempelte dort das Prinzip des Brunnens um: Nicht die repräsentative Fontäne war gemeint, das Wasser lief unten durch die Fugen der Anlage. Allerdings versagte die Technik bald, der Brunnen ist trocken. Er bleibt ein beliebter Treffpunkt.

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