Die Wiederentdeckung der Stadt

Ulf Meyer
2. Februar 2021
James Stirlings Wissenschaftszentrum Berlin, 1988 (Foto: Robert Göllner, um 1994, Digitalisierung: Anja Elisabeth Witte © Hildegard Göllner)

Wer hat mit welchen Bauten das Berlin der 1980er-Jahre geprägt? Eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie untersucht diese aufregende Dekade exemplarisch.

In Berlin gibt es eine einzigartige Dichte von Bauten aus den 1980er-Jahren, deren Bedeutung es nach mehr als 30 Jahren zu überprüfen gilt. Das hat sich eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie vorgenommen. Sie zeigt „Postmoderne Bautypen sowie die Erprobung alternativer Lebensweisen in der Großstadt“. Als die architektonischen Beiträge zur Internationalen Bauausstellung IBA 1984/87 (West) im Rahmen der 750 Jahr-Feier entstanden, glich Berlin einem Architekturlabor. 

Einige Zeugnisse dieser Bauepoche sind heute verschwunden, überformt oder vom Abriss bedroht. Die Ausstellung untersucht, was und wer Berlin im letzten Jahrzehnt vor dem Mauerfall mit Bauten prägte: Neben Hinrich und Inken Baller, Kny und Weber und Hans Kollhoff als örtliche Größen sind auch John Hejduk aus New York, Rob Krier aus Luxemburg, James Stirling aus London und Oswald Mathias Ungers aus Köln in der Berliner Schau vertreten.

Eine wichtige Schau, geht es der Architektur der 1980er-Jahre derzeit doch an den Kragen: Viel Gebäude zeigen nicht nur technische Mängel, auch ästhetisch hat der Vatermord einer jüngeren Generation lange begonnen. Dabei wurden damals wichtige Weichen gestellt, die den Diskurs um Architektur und Stadt bis heute bestimmen: Die Wiederentdeckung der Blockrandbebauung, der Stadt und ihres Grundrisses und sogar des Ornaments und des Wertes des Altbaubestandes.

Hinrich und Inken Baller, Wohnbebauung am Fraenkelufer, Berlin (Foto: Reinhard Friedrich © Archiv Hinrich und Inken Baller)
John Hejduk, Kreuzberg-Tower, 1987 (Foto © Hélène Binet)
Rem Koolhaas, Haus am Checkpoint Charlie, Berlin, 1987 (Foto © Office for Metropolitan Architecture (OMA) / Elia Zenghelis / Matthias Sauerbruch)
Die Berlinische Galerie in der Alte Jakobstraße 124–128 ist wegen des Kultur-Shutdowns in Deutschland geschlossen. Auf ihrer Website finden Sie bis zur Wiedereröffnung ein umfangreiches digitales Angebot. 

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