„Detail“ feiert

Manuel Pestalozzi
14. Mai 2021
Die Cover der Erstausgabe, der Ausgabe 1 aus dem Jahr 1983 und der Jubiläumsausgabe belegen eine erstaunliche Kontinuität – bis hin zum Logo und zum Heftformat. 

1961 wurde eine Publikation aus der Taufe gehoben, welche die Architekturpraxis und -ausbildung in zahlreichen Ländern seit nunmehr 60 Jahren prägt. Die Zeitschrift „Detail“ beteiligt sich an der Open Source-Kultur des Berufsstandes und möchte dies auch weiter tun.

In der Entstehungszeit der Fachpublikation war die Normierung und Standardisierung im Bauwesen ein wichtiges Thema. Mit den 458 „Detail“-Ausgaben, die seither veröffentlicht wurden und über 5'700 Projekte „detailliert“ dokumentierten, systematisierte die Zeitschrift Bau- und Konstruktionstypen wie auch Darstellungs-Konventionen. Möglich machten dies eine riesige Zahl von Architekturbüros; zugunsten ihrer aktuellen und künftigen Berufskolleg*innen gaben sie die Geheimnisse ihrer Projekte preis. Sie stellten sie für Entwürfe der potenziellen Konkurrenz aber auch für den Unterricht an Fach- und Hochschulen frei zur Verfügung. „Detail“ wurde so zu einer bekannten und akzeptierten Plattform der Baukultur und prägte diese auch gleich mit.

Das publizistische Rezept erfreut sich eines nachhaltigen Erfolgs: „Detail“ hat in den vergangenen Dekaden die Entwicklungen im Bauwesen mit Blick auf die Konstruktion und Baudetails von Gebäuden kontinuierlich begleitet. Die Zeitschrift wird heute insgesamt in 80 Ländern weltweit verkauft, etwa 54'000 Architekt*innen aus allen Kontinenten lesen nach Einschätzung des Verlags jede Ausgabe. Seit 2003 erscheint sie außerdem sechsmal im Jahr in einer chinesischen Lizenzausgabe. In den 1970er-Jahren kam zum Print-Magazin der erste „Detail“-Atlas als Ergänzung hinzu.

Herausforderung Digitalisierung

Die Digitalisierung hat „Detail“ gewissermaßen eingeholt. Das Label sieht sich mittlerweile als Plattform, die Fachwissen bündelt und die Architektur-Community weltweit mit Nachrichten versorgt, auch über die sozialen Medien. Videos und Podcasts gehen auf aktuelle Fachthemen ein und bedienen damit die Wünsche von Architektinnen und Architekten nach Inspiration und ihr Bedürfnis nach Fachinformationen. Zu den Websites kam die digitale Datenbank „Detail“ Inspiration hinzu. Das Recherche-Tool versammelt Dokumentationen aus sechs Jahrzehnten und macht sie für Abonnent*innen abrufbar.
„Detail“ blickt im Jubiläumsjahr in die Zukunft der Architektur und bilanziert die Vergangenheit. In jeder Ausgabe und auf detail.de/60-jahre-detail/ stellt die Redaktion besondere Schätze aus dem Archiv vor. Die große Jubiläumsausgabe, in der es rund um handfeste Strategien der Nachhaltigkeit geht, erscheint im Juni. Ebenfalls im Juni findet der „Detail“-Kongress Future Cites – Reshaping Architecture zum Thema Nachhaltigkeit statt. Auf dem Online-Event am 22.06. diskutieren Fachleute über die Zukunft der Stadt.

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