Brandenburgischer Baukulturpreis 2021 für Amtsgericht Königs Wusterhausen

Manuel Pestalozzi
25. Oktober 2021
Der neue Eingang zum Gericht ist zurückhaltend an einer Nahtstelle zwischen dem Bestand und der Ergänzung platziert. (Foto: Maro Niemann + Walter Vielain)

Die subtile Sanierung und Erweiterung des Amtsgerichtes Königs Wusterhausen durch Abelmann Vielain Pock Architekten aus Berlin wurde mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2021 ausgezeichnet.

Der Brandenburgische Baukulturpreis wird gemeinsam von der Brandenburgischen Architektenkammer und der Brandenburgischen Ingenieurkammer verliehen. Die Auszeichnungen folgen sich im Zwei-Jahres-Rhythmus. Der Preis soll eine Plattform sein, die Bauherrschaften, Architekt*innen und sowie Ingenieur*innen die Präsentation ihrer Bauten ermöglicht. Zugelassen sind Neubauten und Sanierungen, Freianlagen oder Innenräume in Städten und Dörfern des Landes Brandenburg.

Die Materialwahl und die Behandlung der Oberflächen stellen Bezüge zum Bestand her, ohne die Schichten der Geschichte zu verwischen. (Foto: Maro Niemann + Walter Vielain)

Der diesjährige Preis ging an die Erweiterung des Amtsgerichts in Königs Wusterhausen durch Abelmann Vielain Pock Architekten Partnerschaft mbB Architekten BDA, Berlin. Das öffentliche Gebäude ist eines der größten erstinstanzlichen Gerichte im Land Brandenburg. 1894 wurde das Gebäudeensemble in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss errichtet, ist heute als Denkmal anerkannt und wurde vor Beginn der Arbeiten an einem Erweiterungsbau unter Schutz gestellt.

Plan: Abelmann Vielain Pock Architekten Partnerschaft mbB Architekten BDA

In seiner Volumetrie ordnet sich der Erweiterungsbau klar dem Bestand unter. Dessen imposante Walmdächer und ein angegliedertes Türmchen beherrschen nach wie vor die Silhouette des Amtsgerichts. Respektvoll von der Straße zurückversetzt, schaffen die Ergänzungen gemeinsam mit den alten Gebäuden neue Zugänge und Hofräume. Die sensible, städtebauliche Einpassung verzichtet auf jegliche ikonische Attitüde und bereichert den öffentlichen Raum durch eine sorgfältige Detaillierung der Fassaden, lobt die siebenköpfige Jury dieses Projekt. Sie weist auch darauf hin, dass die sehr bewusst arrangierten neuen Räume hochkomplexe und notwendige Sicherheitseinrichtungen dezent in den Hintergrund treten lassen.

Im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2021 wurden zusätzlich drei Sonderpreise vergeben: an die nachhaltige Restaurierung und adäquate Weiternutzung der Stampfbeton-Gewölbebrücke über die Schwarze Elster in Uebigau-Wahrenbrück, die Restaurierung des Alexander Hauses, einer auffälligen kleinen Sommerresidenz aus dem Jahr 1927 in Potsdam durch Hertzberg Weber Architekten BDA PartGmbB, Potsdam, und die Mensa Klosterfelde in der Gemeinde Wandlitz, ein Werk der Renner Architekten GmbH, Berlin. Einen Initiativpreis verdiente sich die Scheune Prädikow in der Gemeinde Barnim-Oderbruch, eine Umnutzung durch Hütten & Paläste, Berlin. Nach einem partizipatorischen Verfahren beherbergt die Scheune ein Gastronomieangebot und lässt sich für Veranstaltungen nutzen. Mit einem Coworking-Bereich sowie der Möglichkeit der Anmietung von Seminar- und Workshopflächen wird sie darüber hinaus eine wichtige Rolle als Arbeitsort einnehmen.

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