bdla unter neuer Führung

Manuel Pestalozzi
11. April 2022
Das bdla-Präsidium setzt sich jetzt zusammen aus Jens Henningsen, Irene Burkhardt, Stephan Lenzen, Timo Herrmann, Gudrun Rentsch und Franz Reschke (v.l.n.r.). (Foto: © Peter J. Kierzkowski)

Der Beirat des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten bdla wählte am 1. April auf Schloss Dyck im Rheinland an seiner alljährlichen Sitzung eine neue Verbandsspitze. Nach dieser sind in der Landschaftsarchitektur Minimalismus und Reduktion angesagt.

Das Schloss Dyck in Jüchen gilt als eines der bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlandes. Seine Parkanlage wurde ab 1794 unter Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1773–1861) im Stile eines englischen Landschaftsgartens gestaltet. 2002 war die Anlage das Zentrum der dezentralen Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens. Die 1999 hier gegründete Stiftung Schloss Dyck sieht sich als Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur. In diesem landschaftsgestalterisch hochstehenden, von vergangenen fürstlichen Zeiten zeugenden Ambiente wurde am 1. April 2022 Prof. Stephan Lenzen, Inhaber von RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, einstimmig zum neuen Präsidenten des bdla gewählt. Der 55jährige folgt auf Till Rehwaldt, der dieses Amt acht Jahre ausgeübt hat und unter dem er ab 2014 als Vizepräsident wirkte. Prof. Stephan Lenzen mahnte Bescheidenheit an: Der Wunsch nach Wachstum sei obsolet, sagte er in seiner Ansprache. Aus dem Munde eines Pflanzenfachmanns tönt dies nicht besonders hoffnungsvoll. Künftig müsse es in der Landschaftsarchitektur vorrangig um Minimalismus und Reduktion gehen. „Diese reduzierte Transformation der Umwelt braucht unsere Kreativität, braucht unsere Fantasie, unseren Entwurf“, präzisierte der neue Präsident des bdla seine Vision für das gestalterische Spektrum und das berufliche Selbstverständnis der Verbandsmitglieder.

Als neuer Vizepräsident wählten die Beiratsmitglieder einstimmig Timo Herrmann, bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, für die Wahlperiode von drei Jahren. Auch er äußerte sich mit deutlichen Worten zur Leistungsfähigkeit der Profession und ihrer besonderen Verantwortung in Zeiten des Klimawandels. „Wir verhandeln und bearbeiten Zukunftsthemen: Landschaftsarchitektur als Wandlungsprozess zu mehr Nachhaltigkeit. Die Fragen der Bauwende zu mehr Werthaltigkeit, Ressourcenschonung sowie ökologische Belange müssen in unserem Berufsfeld bei Bau, Betrieb und Rückbau stärkere Berücksichtigung finden“, so Timo Herrmann. Das Präsidium möchte unter der Leitung von Prof. Stephan Lenzen in den nächsten drei Jahren die Nachwuchsförderung forcieren. Klimaanpassung und Landschaftsarchitektur sollen noch mehr in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang gestellt werden. Außerdem möchte sich das Präsidium für einen Paradigmenwechsel in der Planungskultur stark machen – weg von Wachstum und Ressourcenvergeudung, hin zu „kreativem Unterlassen“ und ökologischer Wende. Im Zusammenspiel mit Architekten und Stadtplanern soll eine Vorreiterrolle für ein klimagerechtes und klimaangepasstes Erschaffen und Bewahren von resilienten Lebensräumen eingenommen werden.


Im Bildband Die Ge­stalt des Raumes dokumentieren Autor*innen und Fotografen die deutsche Landschaft und wollen damit Fachleute und Laien gleichermaßen für das Thema der Landschaftsveränderung sensibilisieren.

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