Barragán Gallery in Weil am Rhein eröffnet

Manuel Pestalozzi
16. Mai 2022
Luis Barragán und Andrés Casillas, Cuadra San Cristóbal, Los Clubes, Atizapán de Zaragoza (Großraum Mexiko-Stadt), 1966–1968. Die Brunnenanlage fotografiert von Armando Salas Portugal. (Foto: © Barragan Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

Lange war der Zugang zum Nachlass des berühmten mexikanischen Architekten Luis Barragán (1902–1988) erschwert. Jetzt ermöglicht die Barragán Gallery im Vitra Schaudepot in Weil am Rhein eine Auseinandersetzung mit seinem Werk.

Rolf Fehlbaum erstand als Chef von Vitra Barragáns Nachlass im Jahr 1995. Der erschwerte Zugang zum Archiv sorgte seither für Kritik. Im Rahmen einer neuen Partnerschaft zwischen der Barragan Foundation (richtig ohne Akzent) und dem Vitra Design Museum wurde das Barragán-Archiv nun in das Vitra Design Museum überführt. Es ist in Räumlichkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vitra Schaudepot untergebracht. Diese umfassen einen gesicherten Archivraum, einen Study Room für Forschende und einen Ausstellungsraum, die Barragán Gallery.

Luis Barragán, Haus Gilardi, Mexiko-Stadt, 1975–1977. Blick in den Korridor zum Swimmingpool mit Essbereich, fotografiert von Armando Salas Portugal. (Foto: © Barragan Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

Die frisch eröffnete Präsentation der Barragán Gallery zeigt eine Auswahl von Plänen, Fotografien und anderen Dokumenten aus dem Barragán-Archiv sowie biografische Informationen und eine illustrierte Zeittafel zur modernen Architektur in Mexiko, die in Europa nicht die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient. Dadurch werden Einblicke in das Leben und Werk von Luis Barragán in einem größeren Kontext vermittelt. Laura Weißmüller hat für die Süddeutsche Zeitung bereits einen Augenschein genommen. „Auf weißen Wänden sind da Reproduktionen angebracht, von alten Architekturmagazinen, von Plänen, Grundrissen und Skizzen, überwiegend in Schwarz-Weiß“, berichtet sie. „Es gibt zwar auch Farbfotografien, aber ihr Format ist erstaunlich klein. Fast so, als hätte man hier ein wenig Angst vor der Kraft, die sie entfalten könnten.“ Es scheint, die tiefere Auseinandersetzung mit dem Werk dieses wohl eher schwer fassbaren Architekten habe erst begonnen. Eine Begegnung mit ihm in der Barragán Gallery sollte aber doch inspirierend wirken und vielleicht auch Anregungen für eine lebhaftere Präsentation des Werks liefern. Auch ein Link zum „Rest“ des Vitra-Designmuseums wäre vielleicht interessant.

Undatierter Publikationsplan von Barragáns Wohnhaus an der Calle Francisco Ramírez 14, Mexiko-Stadt, realisiert 1948. (Foto: © Barragan Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

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