Außenanlagen für den neuen Fernbahnhof Hamburg-Altona

Manuel Pestalozzi
7. November 2022
Bäume, helle Bodenplatten und Sitzgelegenheiten ergänzen die Architektur der künftigen Bahnhofsanlage. (Visualisierung: C.F. Møller)

Bis 2027 soll am Standort der S-Bahn-Station Diebsteich, rund 2 Kilometer nördlich des heutigen Kopfbahnhofs Hamburg-Altona, ein neuer Durchgangsbahnhof mit sechs Regional- und Fernbahngleisen, zwei S-Bahngleisen und einem repräsentativen Empfangsgebäude entstehen. Auf dem Gleisfeld des heutigen Kopfbahnhofs möchte die Stadt ab 2030 den zweiten Bauabschnitt des neuen Quartiers Mitte Altona mit 1.900 Wohnungen errichtet sehen. Für die neue Bahnhofsanlage wurde 2018 ein Wettbewerb ausgeschrieben, der von C.F. Møller gewonnen wurde. Das Neubauvorhaben, das neben dem neuen Empfangsgebäude auch zwei markante Türme umfasst, soll nach einem Bieterverfahren vom privaten Investor ProHa Altona GmbH & Co realisiert werden, einer Joint-Venture der Hamburger Immobilienunternehmen Procom Invest und HASPA PeB. Die Stadt rechnet mit dem Baubeginn des Empfangsgebäudes im Jahr 2024.

Bürger*innen urteilten mit

Für die Außenanlagen organisierte das Büro Drost Consult im Auftrag der ProHa Altona ein Workshop-Verfahren, in dem die Wettbewerbsprojekte begutachtet werden konnten. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen organisierte vor der Jurysitzung eine öffentliche Ausstellung der Entwürfe im Quartiersraum Mitte Altona. Rund 150 Bürger*innen haben die Entwürfe angesehen und zahlreiche Hinweise und Kommentare abgegeben. Die Jury entschied sich einstimmig für den Entwurf von C.F. Møller. Wie die Stadt Hamburg mitteilt, favorisierte diesen Entwurf auch eine Mehrheit der sich äußernden Bürger*innen. Einige ausgeloste Bürgervertreter*innen nahmen an der Jurysitzung teil.

Der prämierte Entwurf sieht eine einheitliche Gestaltung der Vorplätze westlich und östlich der Gleise vor. Sie nehmen Verkehrsströme auf den Platzflächen auf und schaffen gleichzeitig begrünte Bereiche, die zum Aufenthalt und Verweilen einladen. Durch zahlreiche neue Bäume und Sitzgelegenheiten erhält der östliche Vorplatz vor dem Bahnhofsgebäude eine eigene Identität. Wichtige Zugänge und Wege, wie zur zentralen Empfangshalle, zum Fahrradparkhaus mit 600 Plätzen und zum benachbarten ThyssenKrupp-Areal sowie zu den Bushaltestellen lassen sich bequem und barrierefrei erreichen. Westlich der Gleise bekräftigen zusätzliche Bäume und Sitzelemente den nachbarschaftlichen Charakter des Platzbereichs vor der Kapelle des angrenzenden Friedhofs Diebsteich. Auch ein Standort für zusätzliche Fahrradparkplätze wird hier vorgeschlagen. Das Entwurfsteam aus Århus sieht verschiedene Baumarten vor, die für eine Vielfalt an Farben sorgen sollen. Diese wird ergänzt durch helle Betonplatten und robuste Sitzbänke mit Holzelementen. „Die Außenanlagen des Bahnhofs dienen der Adressbildung, Wegeführung und Orientierung. Gleichzeitig sind sie das Entree in ein neues urbanes Quartier“, kommentierte Dr. Sebastian Kloth, Baudezernent Bezirksamt Altona, die geplanten Maßnahmen, „diese mannigfaltigen Anforderungen erfüllt der Siegerentwurf in bestechender Klarheit. Gleichzeitig zeigt er eine gewisse Flexibilität, um auf den prozessualen Charakter der Bahnhofsentwicklung reagieren zu können. Als Bezirk sehen wir gute Voraussetzungen für die spätere Bewirtschaftung.“

In der Vorzone westlich des Gleisfelds soll die selbe gestalterische Handschrift erkennbar sein. (Visualisierung: C.F. Møller)

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