Aufgestockt in Stuttgart

Manuel Pestalozzi
6. Dezember 2019
In den neuen Wohnungen wurden die Deckenelemente werkseitig mit raumakustisch wirksamen Echtholzuntersichten in astfreiem Lärchenholz ausgestattet. (Foto: Lignotrend / Brigida González, Stuttgart)

Einem verborgenen Backsteinbau aus den 1930er-Jahren wurde eine zweistöckige Erweiterung mit drei Geschosswohnungen, zwei Einzimmer-Apartments sowie Büroräumen aufgesetzt. Zum Einsatz kam dabei eine Stahl- Holzbauweise.

Umrahmt von einer heterogenen und bunten baulichen Umgebung, soll das Bestandsgebäude – es steht an der Olgastraße in zweiter Reihe – nach der Aufstockung (g2o GmbH, Stuttgart) als einfarbiger Monolith wirken, der in seiner Formensprache weder zwischen Alt und Neu noch zwischen Dach- und Wandfläche unterscheidet. Die hellgraue Polyurethanbeschichtung der Dachhaut und der gleichfarbige Putz auf den gedämmten Außenwänden lässt das Gebäude wie aus einem Guss erscheinen. Die Entscheidung für eine Stahl- und Holzbauweise trafen die Architekten aus mehreren Gründen: So ergaben sich mit der vergleichsweise leichten und doch massiven Variante der Brettsperrholz-Rippenelemente eindeutige Vorteile bei der Statik, außerdem sorgten die im vorgefertigten Elemente für eine deutliche Verkürzung der Bauzeit.

Das ergänzte Gebäude wirkt monolithisch, die Aufstockung hebt sich nicht von ihrer „Unterlage“ ab. (Foto: Lignotrend / Brigida González, Stuttgart)
Der in einem Innenhof verborgene zweigeschossige Backsteinbau, vor dem Umbau vom angrenzenden Hof der Jakobschule aus gesehen. (Foto: g2o GmbH)

Der Bauherr wünschte eine maximale Ausnutzung des innerstädtischen Grundstücks und das Erzeugen einer möglichst großen Wohnfläche. Für sich selbst sah er eine moderne Stadtwohnung fürs Alter im Dach vor, eine Erschließung mit Lift und genug Parkmöglichkeiten für sich und die Bewohner des Hauses. 

Das fertige Gebäudekonzept umfasst fünf Etagen mit zwei Einliegerwohnungen im Untergeschoss, einer Büroetage im Erdgeschoss, einer Geschosswohnung im 1. Obergeschoss und einer zweigeschossigen Dachwohnung darüber. 

Zur Vertikalerschließung schreiben die Architekten: Das Treppenhaus im Bestandsgebäude liegt auf der südwestlichen Gebäudeseite in Richtung freier, bewachsener Schulhofseite – keine günstige Position, in welcher später die Wohnbereiche liegen. Die Möglichkeit eröffnet sich, die Erschließung und den neuen Aufzug außerhalb, gesondert vom Gebäude, als eigenständiges Bauwerk, zu platzieren, jenseits der dadurch kompakteren beheizten Hülle.

Lageplan (Plan: g2o GmbH)
Erdgeschoss (Plan: g2o GmbH)
1. Obergeschoss (Plan: g2o GmbH)
2. Obergeschoss (Plan: g2o GmbH)
Dachgeschoss 1 (Plan: g20 GmbH)
Dachgeschoss 2 (Plan:g2o GmbH)

Einen wesentlichen Anteil beim Gelingen des Projektes hatten konfigurierbare Brettsperrholzbauteilen von Lignotrend. Die Entscheidung für eine Stahl- und Holzbauweise trafen die Architekten aus mehreren Gründen: So ergaben sich mit der vergleichsweise leichten und doch massiven Variante der Brettsperrholz-Rippenelemente eindeutige Vorteile bei der Statik, außerdem sorgten die im vorgefertigten Bauteile für eine deutliche Verkürzung der Bauzeit.

Die Konstruktion der zweigeschossigen Aufstockung (Plan: g2o GmbH)
Die Aufstockung in der Bauphase. (Foto: g2o GmbH)

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