Am Merrion Square

 Ulf Meyer
3. Oktober 2018
Der Neubau hat einen rückwärtigen Zugang (Bild: C. Fionn McCann)
Für das neue Goethe-Institut in Dublin erweiterten Henchion + Reuter Architekten ein Baudenkmal um einen Neubau.
Das georgianische Patrizierhaus mit der Adresse „37 Merrion Square“ wurde 1786 von Samuel Sproule entworfen und dient dem deutschen Goethe-Institut in Dublin. Das historische Baudenkmal wurde um einen Neubau erweitert. Denn schon seit 1975 war das Institut auf zwei Liegenschaften untergebracht, die Sprachschule befand sich am nahe gelegenen Fitzwilliam Square. Dieses Haus und Grundstück wurden verkauft und das viergeschossige Haus am Merrion Square für rund 16 Millionen Euro instandgesetzt und erweitert.
Die Bibliothek liegt im Altbau (Bild: C. Fionn McCann)
Klinkerfassade als Verbindung mit dem Bestand, moderne Kupfer-Glas-Fassaden im oberen Bereich (Bild: C. Fionn McCann)
Das in Berlin und Dublin ansässige Architekturbüro Henchion + Reuter hatte im Architekturwettbewerb den 1. Preis gewonnen. Martin Henchion (1967 geboren in Cork) hat am University College Dublin studiert und Klaus Reuter (1964 geboren in Bonn) an der FH München. Die Partnerschaft begann 1994 in Leipzig. 1998 und 1999 wurden die Büros in Dublin und Berlin gegründet. Das deutsch-irische Architektenteam hat die rot-braunen Backsteinfassaden aufgearbeitet und auch die historischen Stuckdecken wiederhergestellt. Der Altbau bietet Raum für Büros, Bibliothek und ein Auditorium. Im rückwärtigen Neubau liegen die Sprachabteilung und Unterrichtsräume. Der Neubau beherbergt sieben Klassenräume, ein Auditorium und Unterkünfte für Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter. Er "bedient" den Altbau und bildet mit ihm architektonisch ein Ensemble wie es typisch ist für die schmalen Grundstücke im Zentrum der irischen Hauptstadt. Ein einstöckiges Verbindungsgebäude verbindet Neu- und Altbau. Sein Flachdach wurde als Dachgarten gestaltet. Der Backstein-Sockel des Neubautraktes stellt gestalterisch einen Bezug zum Altbau her, die darüber liegenden Geschosse haben moderne Kupfer-Glas-Fassaden.
Die Fassade zum Merrion Square wurde restauriert (Bild: C. Fionn McCann)

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