Alles fließt

 Carsten Sauerbrei
7. Juni 2018
Vor dem «Innovation Center» entstand der neue, vom Berliner Büro Topotek 1 gestaltete Emanuel-Merck-Platz. (Bild: HGEsch)
Anfang Mai stellte das Unternehmen Merck sein neues Darmstädter «Innovation Center» der Öffentlichkeit vor. Das Architekturbüro HENN zeichnet verantwortlich für dessen fließend-dynamische Formensprache.
Neubauten für Unternehmen haben seit jeher die Aufgabe, die Firmenphilosophie und ein entsprechendes Erscheinungsbild zu transportieren. In Zeiten eines globalisierten Fachkräftemarkts kommt noch hinzu, möglichst attraktive Arbeitsplätze für Spitzenkräfte bereitzustellen. Beides gelang dem Büro HENN hervorragend mit dem Neubau eines «Innovation Center» für das Healthcare-, Life-Science- und Performance-Materials-Unternehmen Merck in Darmstadt.
Stützen entlang der Fassaden und nur vier, mit hochpoliertem Edelstahl bekleidete Innenstützen übernehmen den gesamten Lastabtrag. (Bild: HGEsch)
Merck beabsichtigt, den Darmstädter Standort schrittweise von einem Produktionswerk zu einem Technologie- und Wissenscampus zu entwickeln. Kernstück dieser Veränderung ist dabei das «Innovation Center» mit einer Arbeitswelt, die als Raumkontinuum die einzelnen Arbeitsplätze zu einem räumlichen Netzwerk verbindet. Das komplett gläserne Äußere des neuen Glasquaders verrät jedoch noch nicht allzu viel über sein bewegtes Innenleben. Lediglich mit vorgesetzten Außenlamellen in unterschied­lichen Winkelstellungen und dem in der Fassade ablesbaren, zweigeschossigen Eingangsbereich geben HENN erste Hinweise auf die dort herrschende, bewegte Formensprache.
Abgeschlossene Räume zum ruhigen Arbeiten und für Meetings befinden sich entlang der Fassaden und auf Mezzaninen.(Bild: HGEsch)
Dynamik in Form von geschwungenen, sich kreuzenden Brücken und in die Höhe schraubenden Treppen, Rampen und Ebenen bestimmen das Erscheinungsbild im Inneren. HENN schaffen damit Blickbeziehungen in alle Richtungen. Die verschiedenen Raumhöhen - sechs Meter über den Arbeitsplätzen, drei Meter unter den Brücken - tragen ebenfalls zum vielfältigen Raumerlebnis bei. Auf jeder Ebene befinden sich zwei diagonal gegenüberliegende, offene Arbeitsflächen für Projektgruppen aus externen und internen Mitarbeitern, die temporär und projektbezogen zusammenarbeiten.
Das ebenfalls neue Mitarbeiterrestaurant verbanden HENN über eine Freitreppe mit dem «Innovation Center». (Bild: HGEsch)
Konzentrations- und Meetingräume ordneten HENN entlang der allseitig transparenten Fassade und auf Mezzaninen an. Im Erdgeschoss platzierten sie ein Café, eine Lounge und ein Auditorium, im ersten Obergeschoss eine Bibliothek und im obersten Geschoss eine Werkstatt. Ebenfalls neu entstand darüber hinaus das über eine Freitreppe mit dem «Innovation Center» verbundene Mitarbeiterrestaurant, das dessen geschwungene und fließende Formensprache fortführt.
Im Inneren des Mitarbeiterrestaurants führen HENN die fließend-dynamische Formensprache des «Innovation Center» fort. (Bild: HGEsch)

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