Verflochten

Katinka Corts
21. August 2019
Überraschend öffentlich in der Stadt: Ein Schwimmbecken im 13. Geschoss (Foto: Ciro Miguel)

Seit Juni und noch bis zum 8. September zeigt das Architekturmuseum der TU München die Ausstellung „Zugang für Alle“ über São Paulos soziale Infrastrukturen. Die 12-Millionen-Einwohner-Stadt investiert seit Jahrzehnten in Erholungs- und Kulturräume, um die räumliche Enge aufzulockern.

Für die Ausstellung wählte das Ausstellungsteam Projekte aus den Jahren 1950 bis heute. Neben einem historischen Überblick soll so auch das zeitgenössische Architekturschaffen analysiert werden. São Paulo ist eine stark vertikal bebaute und dicht besiedelte Stadt, in der Armut und Kriminalität genauso Probleme sind wie die Themen Verkehr und Gesundheitswesen. Aus dem Stadtbild thematisieren die Ausstellungsmacher besonders die Verflechtung von Architektur und Stadt: Mal werden die gezeigten Bauten über offene Räume oder höher gelegte Erdgeschosssituationen erschlossen, die zur Stadt hin über interne „Straßen“ angebunden sind. Andernorts fließen Gehwege über Rampen, breite Treppen oder Rolltreppen optisch in die Gebäude, Straßen oder Plätze erschließen höhere Bereiche der Stadt oder Dächer werden öffentlich genutzt. 

Die Ausstellung setzt sich für architektonische Infrastrukturen unterschiedlichster Art ein, die auf soziale Nachhaltigkeit für die lokale Bevölkerung ausgerichtet sind. Dieser Aspekt städtischen Wachstums in São Paolo zeigt, wie mit Architektur und Infrastruktur integrative Orte für eine dichte Stadt geschaffen werden können und die Stadtentwicklung bereichern.

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