Scott Brown in Wien

 Katinka Corts
28. November 2018
Denise Scott Brown hilft beim Bau einer Tennishalle an der Universität Witwatersrand 1950 (Bild: Clive Hicks)
Seit vergangener Woche zeigt das Architekturzentrum Wien die erste umfassende Einzelausstellung zum Werk der heute 87-jährigen Architektin, Stadtplanerin, Lehrerin und Autorin Denise Scott Brown.
Monografische Schauen in Museen – wer nicht eingefleischter Bewunderer ist, den sprechen derlei Ausstellungen nur schwerlich an. Mit „Downtown Denise Scott Brown“ gehen die Kuratorinnen Angelika Fitz und Katharina Ritter einen beschwingteren Weg, zeigen Schriften, Fotografieprojekte und Scott Browns Studien in einer abstrahierten Reihe aus Schaufenstern, die sich um eine Art künstlichen städtischen Marktplatz mit Brunnen platzieren. 

Scott Browns Leistungen wurden neben denen Ihres Mannes Robert Venturi in den letzten Jahrzehnten oft nur beiläufig erwähnt. Wir wissen, dass 1991 gar der Pritzker Preis für die gemeinsame Arbeit alleine an Robert Venturi ging. „Der Kampf um die Anerkennung von Frauen in der Architektur, aber auch um das Verstehen von gemeinsamer Kreativität, ist Denise Scott Brown ein Anliegen geblieben,“ erläutern die Kuratorinnen. „Aber paradoxerweise hat gerade ihr Status als feministische Ikone wiederum den Blick auf ihre architektonische Arbeit verstellt.“ Die Ausstellung im AZ Wien thematisiert nun sowohl Leben als auch Werk Scott Browns.

Leicht, beschwingt, nahbar – und einladend. Da fragt sich die Autorin, ob eine Werk- und Lebensschau nicht öfter mal derart daherkommen könnte. Aber vielleicht geht das nur bei der Annäherung an eine Architektin.
Plan für die Wiederbelebung der Washington Avenue, Miami Beach, Florida, 1978 (Bild: Venturi, Scott Brown and Associates inc.)
Denise Scott Brown vor der Skyline von Las Vegas, 1972 (Bild: Robert Venturi)
Ugly Instagram Game
Auf ihrer Entdeckungsreise am Las Vegas Strip spielten Denise Scott Brown und Robert Venturi „Mir kann etwas Hässlicheres gefallen als dir“. „Er (der Strip) wurde zu unserer schönsten Hässlichkeit, unserem besten Objet trouvé“. Ihr „Ugly Game“ empfiehlt die Ausstellung auch den Besuchern und Besucherinnen: „Fotografiere Hässliches oder Schönes oder Überraschendes in der Ausstellung und poste deine beste Hässlichkeit unter dem Hashtag #uglyinstagram_azw. Und dann lass dich in der Ausstellung überraschen.“

Downtown Denise Scott Brown
Architekturzentrum Wien
bis 18. März 2019
Ausstellungsansicht "Downtown Denise Scott Brown" (Bild: Architekturzentrum Wien / Lisa Rastl)

Verwandte Artikel

Vorgestelltes Projekt

Coop Himmelb(l)au

PANEUM – Wunderkammer des Brotes (House of Bread II)

Andere Artikel in dieser Kategorie

Im Reich der Märchen
vor 5 Tagen
Temporär in München
vor einer Woche
Scott Brown in Wien
vor 2 Wochen
Architektenstatistik
vor einem Monat
Licht zum Jubiläum
vor einem Monat