„Mit Satire erreicht man Menschen“

Katinka Corts
2. Oktober 2019
„Denken Sie immer daran, auch den kleinsten Spalt zwischen zwei verschiedenen gartenbaulichen Elementen sorgfältigst abzuschottern,“ so Ulf Soltau in seinem Buch „Gärten des Grauens“. (Foto: Gärten des Grauens auf Facebook und Instagram / Ulf Soltau. Buch S. 30)

Der Eichborn-Verlag hat uns ein besonderes Fundstück zukommen lassen, dass wir Ihnen unmöglich vorenthalten können. „Gärten des Grauens“ ist eine wunderbare „So-Nicht!“-Sammlung, die hoffentlich auch Ihnen den Atem stocken lässt.

Im Interview mit der Münchner Abendzeitung erklärte der Berliner Biologe Ulf Soltau, was ihn zu seiner Sammlung „Gärten des Grauens“ gebracht hat: In Gartenforen habe er oft Bilder von Schottergärten satirisch kommentiert, was zur Folge hatte, dass er „aus den Foren verbannt“ wurde. Sein logischer Schluss war, eine eigene satirische Seite zu gründen. Seine Fundstücke veröffentlicht er für gewöhnlich auf Facebook und Instagram, dieses Jahr hat Soltau einen Teil der gesammelten Bilder in einem Buch veröffentlicht. „Ich will diese Gärten gesellschaftlich unmöglich machen und die Menschen, die solche Gärten machen oder besitzen, beschämen“, erläutert Soltau. Teilweise scheint es zu funktionieren, denn immer mehr Gemeinden diskutieren, derlei Schottergärten zu verbieten. Diese Art der Gärten, wenn man sie überhaupt so nennen darf, sind in Zeiten aussterbender Arten ganz und gar nicht mehr zu vertreten. Einen privaten Vorgarten im öffentlichen Raum in eine tote Schotterfläche zu verwandeln, versteht Soltau als „Affront gegenüber der Gesellschaft“. Sein Appell: „Ja“ zum Leben sagen und die vermeintliche Unordnung im Garten als die einzig wahre Ordnung der Natur zu akzeptieren!

Blick ins Buch (Fotos: Katinka Corts)

Gärten des Grauens

Gärten des Grauens
Ulf Soltau

128 Seiten
Hardcover
ISBN 9783847906681
Eichborn
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