Meinhard von Gerkan geehrt

Katinka Corts
24. September 2019
Porträt Meinhard von Gerkan (Foto: © Jochen Stüber)

Seit 20 Jahren bauen gmp Architekten in China. Nun erhielt Meinhard von Gerkan mit dem Liang-Sicheng-Preis 2019 die höchste Architekturauszeichnung des Landes.

Der gebürtige Lette Meinhard von Gerkan hatte 1965 in Hamburg gemeinsam mit Volkwin Marg das Büro gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner gegründet. Der Flughafen Tegel war zu Beginn des Büros bereits ein Großprojekt, viele weitere in Deutschland folgten. Keine zehn Jahre nach der Bürogründung unterrichtete von Gerkan an der TU Braunschweig, 2007 erhielt er die Ehrenprofessur des East China Normal University College of Design in Shanghai, seit 2014 ist er Advising Professor an der Tongji University in Shanghai. 

Mit dem Land fühlt sich der 84-jährige stark verbunden: „Seit meinem ersten Besuch im Jahre 1998 beeindruckt mich die Dynamik, die Schnelligkeit und in einem gewissen Sinne die Offenheit gegenüber Neuem." Die Begierigkeit, neue Dinge zu wagen und zu realisieren – und das verbunden mit überaus schnellen Entscheidungsprozessen – habe ihre Arbeit in China stets beflügelt. Die Tätigkeit im Land begann, als das Büro den Wettbewerb um die Deutsche Schule in Peking gewann. Heute blickt das Büro bereits auf über einhundert Projekte in China zurück, darunter der Bau der Stadt Lingang, das Chinesische Nationalmuseum oder die Christliche Kirche in Peking.

Westbahnhof Tianjin (Foto: © Christian Gahl)

Der Preis wird alle zwei Jahre durch die Architectural Society of China (ASC) vergeben und durch die Union Internationale des Architectes (UIA) gefördert. Er soll die Kreativität von Architekten und Architekturwissenschaftlern anregen und architektonisches Schaffen sowie Lehre und Forschung in diesem Feld fördern. Benannt ist die Auszeichnung nach Liang Sicheng, einem der bedeutendsten chinesischen Architekten, Architekturhistoriker und Architekturpädagogen, der sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter anderem um den Erhalt historischer chinesischer Architektur verdient gemacht hatte. Die Princeton-Universität verlieh ihm 1947 für sein Wirken die Ehrendoktorwürde. Liang, der in Harvard und an der University of Pennsylvania studiert hatte, setzte sich stets für den kulturellen Austausch zwischen chinesischen und internationalen Architekten ein.

Universiade Sports Center, Shenzhen (Foto: © Christian Gahl)

Vorgestelltes Projekt

Snøhetta

The 7th Room

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