Kulturelle Kontaminationen

Katinka Corts
18. Dezember 2019
Mehrere Installationen sind am UNESCO-Weltkulturerbe Diriyah gebaut worden. (Foto: © Roberto Conte)

„Duna“ und „Gharfa“ heißen zwei experimentelle Pavilloninstallationen, die Designer Alberone und Edoardo Tresoldi für die Anlage des UNESCO-Weltkulturerbes Diriyah, nahe der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, entworfen haben. 

Der Distrikt At-Turaif soll in den kommenden Jahren mit mehreren Museen und kulturellen Einrichtungen umfassend aufgewertet werden. Natürlich geht es um den internationalen Tourismus, den Saudi-Arabien verstärkt fördern will. Edoardo Tresoldi (künstlerischer Leiter von Studio Studio Studio), Designer Alberonero und weitere Künstler haben für den Ort spezifische Installationen entworfen, die Besuchern als Ruheraum, Treffpunkt und Meditationsort dienen sollen.

Detailaufnahme Gharfa (Foto: © Roberto Conte)
Ansicht Gharfa (Foto: © Roberto Conte)

Mit Gharfa stehe „die intime Beziehung zwischen Mensch, Landschaft und Architektur durch die Neuinterpretation der menschlichen Beziehung zu kulturellen Archetypen“ im Mittelpunkt. Was aus der Ferne wie die ortstypischen Ruinen wirkt, ist, aus der Nähe betrachtet, eine künstliche Skulptur aus Drahtgeflecht und Kork. Wo der Kork die Drahtkörbe füllt, entstehen mal Schutzwände, mal geschützte Orte, mal Wege. Vor dem Bau befindet sich die semitransparente Installation Duna von Designer Alberonero. Die mit Stoffen bespannte Skulptur soll einen weißen Horizont darstellen – bewegt man sich zwischen den hauchdünnen Textilwänden ins Innere der Skulptur und bis zum Drahtbau, wird man Stück für Stück unsichtbar für die Außenwelt.

Gharfa im Hintergrund und Duna im Vordergrund (Foto: © Roberto Conte)
Foto: © Roberto Conte

Projektoren und Gerüste sind integraler Bestandteil der Installation. Das Ergebnis ist eine Art Erzählung der verschiedenen Oberflächen, die wiederum zu einer Bühne für persönliche Wahrnehmungen werden. Jedes Element von Gharfa, so schreiben die Verfasser, habe ein Eigenleben, wurde jedoch als Teil einer Orchesterkomposition gedacht und konzipiert, die kulturelle Kontaminationen als Bezugspunkt für zukünftige künstlerische Sprachen interpretiert.

Foto: © Roberto Conte
Foto: © Roberto Conte

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