Jubiläumsausstellung zu James Wines

Ulf Meyer
7. Dezember 2020
Wines’ Zeichnung für das „Best Products Terrarium Building“ (Zeichnung: Tchoban Foundation / James Wines)

Der Begriff Nachhaltigkeit war vor 50 Jahren in den USA noch nicht geläufig. James Wines und sein Büro SITE gelten als Pioniere grüner Architektur. Das Berliner Museum für Architekturzeichnungen widmet Wines zeichnerischem Werk nun eine Jubiläumsausstellung.

Das Büro SITE (Sculpture in the Environment), das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, wurde 1970 von James Wines (*1932) in New York gegründet. Dass Wines ursprünglich Kunst studiert hat, scheint in seinen Entwürfen durch. Seine kunstvollen Entwürfe für die Kette BEST-Supermarkets gelten als Höhepunkt der amerikanischen Postmoderne. Wines betont, welch entscheidende Rolle für ihn das Entwerfen mit der Hand spielt. „Computer bedienen sich der Algorithmen, Menschen der Fantasie“, sagt er. Der Gedanke der Einbettung der Architekturen in ihre Umgebung ist ihm wichtig. 

„Vertiscape-Tower“, 2003 (Zeichnung: Tchoban Foundation / James Wines)

Wines Entwürfe wie das „Four Corners Monument“ oder der BEST-Laden in Florida mit seinem hinter der Glasfassade gepflanzten „Regenwald“, nehmen Bezug auf den Ort. Eine Zukunftsvision für Städte ist das „Highrise of Homes“-Hochhaus, das den menschlichen Maßstab berücksichtigt, indem auf jeder Etage für Bewohner ein Einfamilienhaus mit Garten eingerichtet wird. 
SITE entwirft und plant aber nicht nur Gebäude, sondern ist auch für die Gestaltung von öffentlichen Räumen, Parks, Innenräumen und Produkten bekannt. Ästhetisch einfallsreich, visuell einprägsam, umweltbewusst und wirtschaftlich sollen die Entwürfe sein, wobei auch immer wieder Ideen aus Kunst, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur verschmelzen. So skizzierte Wines in dem Buch „Green Architecture“ (Taschen Verlag, 2000) auch eine Architektursprache für ein neues Jahrtausend, in der „Gebäude und öffentliche Räume über das Industriezeitalter hinausgehen und auf das Informations- und Ökologiezeitalter reagieren“.

Tchoban Foundation. Museum für Architekturzeichnung Christinenstraße 18a, Berlin 28. November– 7. März 2021 Mo–Fr: 14 – 19 Uhr, Sa–So: 13 – 17 Uhr Eintritt: 5 Euro, ermäßigt: 3 Euro Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. 

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