Holzbau siegt in Sachsen

Katinka Corts
29. Mai 2019
Foto: Peter Eichler

Seit den 1990er-Jahren lobt der Freistaat Sachsen den Staatspreis für Baukultur aus. Dieses Jahr hat das Leipziger Büro ASUNA mit dem Beitrag für ein Holzhaus in Leipzig-Lindenau gewonnen.

Kürzlich erst wurde das fünfgeschossige Holzhaus mit einer Anerkennung für Ökologie und Nachhaltigkeit beim Architekturpreis des BDA Sachsen ausgezeichnet, nun kam mit dem Staatspreis für Baukultur die nächste Prämierung. Mit seinem Preis will der Freistaat vorbildliche Baukultur auszeichnen, die, möglichst disziplinübergreifend, einen Beitrag zur „Anhebung des Niveaus der gebauten Umwelt“ leistet. Natürlich soll auch die Öffentlichkeit weiter für die gebaute Umwelt und die Qualitäten zeitgenössischer Architektur sensibilisiert werden. Letzteres war in den vergangenen Jahren nicht immer einfach, zumal – nach den Sanierungen der pittoresken Straßenzüge in der Innenstadt, die größtenteils und für viele einfach zu akzeptieren sind – in Leipzig auch vieles gebaut wurde, das schlechter mit dem Stadtbild zu vereinbaren ist.

Foto: Peter Eichler

Mittlerweile beweisen glücklicherweise immer mehr Projekte, die in den vergangenen Jahren gebaut wurden, dass es auch anders geht – man denke an die Katholische Propstei St. Trinitatis, das neue Museum der Bildenden Künste oder die gelungenen Lückenschließungen in der Stadt. So ist es auch mit dem Preisträger: Nahe Felsenkeller und Palmengarten besetzt der Neubau ein V-förmiges Grundstück im Leipziger Westen. Die Spitze des Gebäudes ist abgerundet, die Fenster folgen dem Verlauf, die Wände sind aus hellem Lärchenholz. Architekt Dirk Stenzel plante das Wohn- und Geschäftsgebäude für eine private Bauherrengemeinschaft. Das Erdgeschoss ist öffentlich, die Dächer werden gemeinschaftlich als Dachgärten bewirtschaftet. Vier Familien wohnen hier, die Gewerbeeinheit im Erdgeschoss ist vermietet.

Foto: Peter Eichler
Foto: Martin Jehnichen

„Architekt und Bauherr haben nachhaltige Antworten auf Fragen der Energetik, der flexiblen Nutzung sowie des Einsatzes nachwachsender Rohstoffe gefunden und diese auf einer herausfordernden Grundstückssituation ausgezeichnet umgesetzt“, würdigte Innenminister Roland Wöller die Preisträger. Die Jury unter Leitung von Alf Furkert, Präsident der Architektenkammer Sachsen, hat zudem fünf weitere Beiträge mit einer Anerkennung ausgezeichnet: die Bio-Fassade „NFK-Bio LIGHT“ Chemnitz, die Erweiterung des Barkhausenbaus der TU Dresden, den Umbau des Chemnitzer Hauptbahnhofs, die Sanierung des Kulturpalastes in Dresden und das Kutscherhaus in Dresden.

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