Für passgenaue Bildung

14. Juni 2017
Bild: ADC
In Kigali nahm es seinen Anfang: In der ruandischen Hauptstadt gründete das amerikanische Architektur- und Designbüro MASS Design Group vergangenen Herbst das erste African Design Centre. Bauen aus heimischem Material, ressourcenschonend und traditionsbewusst – im ADC sollen die Studenten dies lernen. 
Was ihn antreibt, erklärt Mitbegründer Christian Benimana gut: Als er damals Architektur studieren wollte, gab es dafür keinen Studiengang in seinem Land – in seiner Muttersprache zudem nicht mal ein Wort für Architektur. Er ging nach Shanghai, schloss das Studium ab und arbeitete bei MASS.

Mit den ADC besteht die Möglichkeit, das Bauverständnis auf dem Kontinent zu revolutionieren und eigene Fachkräfte auszubilden. Ein wichtiger Fakt, wenn man auf die Entwicklungsprognosen hört: Afrikas Bevölkerung wird bis 2050 von heute 400 Millionen auf über eine Milliarde Menschen anwachsen. Benimana sagt im Interview, man müsse dringend handeln: «Wenn wir ignorieren, wer die afrikanischen Städte baut und wie, werden wir neben erheblichem Wissensverlust auch eine stärkere wirtschaftliche Ungleichheit und eine katastrophale Entwicklung im Gesundheitswesen zu spüren bekommen.»

​Dem Prototypen sollen weitere ADC folgen, in den nächsten zehn Jahren eines in Kapstadt und eines in der ghanesischen Hauptstadt Accra. Zunächst wird eine weiterführende Ausbildung angeboten, die auf Bachelor-Abschlüsse in zum Beispiel Architektur, Landschaftsarchitektur oder Ingenieurwesen aufbaut. Später ist geplant, ein umfassenderes Aufbaustudium anzubieten, das mit einem Master abgeschlossen werden kann. 

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