Neubau Pfarrheim St. Nikolaus in Garching/Alz

Zwischen Platz und Garten

kunze seeholzer
19. Dezember 2018
Südliche Front vom neuen Gemeindeplatz aus (Bild: Jann Averwerser Photography)
Den Neubau des Pfarrheims St. Nikolaus in Garching/Alz haben Kunze Seeholzer Architekten kürzlich fertiggestellt. Peter Kunze erläutert das Projekt.
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Im Zuge der Maßnahme sollte neben der Planung des neuen Pfarrheims auch das gesamte Umfeld des kirchlichen Areals neu strukturiert und geordnet werden. Dem Neubau wurde somit die Aufgabe eines zentralen Bindeglieds zuteil mit der Herausforderung, durch dessen Positionierung aus dem heterogenen Kontext der eher zusammenhanglos gesetzten Bestandsbaukörpern ein klar ablesbares, kirchliches Ensemble zu schaffen. Die Lage des Grundstücks unmittelbar an einer stark befahrenen Bundesstraße machte die Ausgangssituation für unser Planungsteam nochmals deutlich komplexer.
Nach Osten sind die Gruppenräume orientiert (Bild: Jann Averwerser Photography)
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Durch die städtebauliche Positionierung des Pfarrheims entsteht – in Verbindung mit der Kirche sowie dem Pfarrhaus – ein klar gefasster und die Gemeinde offen empfangender Platz. Die Gebäude arrondieren den Platz und öffnen sich zu ihm. Eine grüne Zwischenzone schafft einen adäquaten Abstand zur stark befahrenen Altöttinger Straße. Die am südlichen Platzrand positionierte Wand fasst den Außenraum, gibt ihm Halt und schützt den Pfarrplatz gleichzeitig vor Straßenlärm.
Das Pfarrheim gliedert sich in drei Funktionsbereiche, die autark oder auch als große Einheit genutzt werden können. Die entsprechend eines Dreibunds zentral angeordnete Nebenraumzone bedient sowohl den Veranstaltungsbereich mit Foyer und Pfarrsaal, als auch den allgemeinen Pfarrheimbereich mit den Gruppenräumen.
Nikolaus-Saal (Bild: Jann Averwerser Photography)
Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?
Wichtig war uns, die bestehende, heterogene Situation mit einem klaren, sehr einfachen und unaufgeregten Baukörper zu ergänzen. Um das kirchliche Ensemble zu stärken und das neue Pfarrhaus adäquat einzufügen, wurde die Gebäudehülle der massiven, geschlossenen Fassadenteile mit einem geschlämmten Sichtmauerwerk ausgeführt. Dessen zurückhaltende Farbgebung entspricht dem kirchlichen Kontext. Die großzügigen Einschnitte und Fensterelemente geben dem Pfarrheim einen modernen Charakter. Die asymmetrische Anordnung des Satteldaches verleiht dem traufständig zum neuen Pfarrplatz stehenden Gebäude eine klare Richtung, es orientiert und öffnet sich zu diesem. Durch das Vorsehen eines durchgesteckten Foyers wird auch der hinter dem Gebäude liegende Pfarrgarten mit eingebunden.
Das Foyer verbindet Gemeindeplatz und Pfarrgarten (Bild: Jann Averwerser Photography)
Westgiebel im Anschluss an den Friedhof und Blick auf die Kirche (Bild: Jann Averwerser Photography)
Welche speziellen Materialien haben zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?
Das geschlämmte Mauerwerk mit seiner natürlichen, zurückhaltenden Farbgebung, die Kupferblechdeckung des Satteldaches, sowie die Holzflächen der Öffnungsflügel und Gebäudeeinschnitte nehmen Bezug sowohl auf das kirchliche Umfeld als auch auf die ländlich geprägte Umgebung. Mobile Trennwandsysteme ermöglichen eine sehr flexible Nutzung des Veranstaltungsbereichs.
neue Platzsituation mit Blick auf Kirche, Friedhofsmauer und Aussegnungshalle (Bild: Jann Averwerser Photography)
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Querschnitt
Neubau Pfarrheim St. Nikolaus in Garching/Alz
2018

Altöttinger Straße 45
84518 Garching a.d. Alz

Auftragsart
Einladungswettbewerb, 1. Preis

Bauherrschaft
Katholische Kirchenstiftung St. Niklaus, Garching/Alz,
vertreten durch Erzdiözese München und Freising KdöR, München

Architektur
kunze seeholzer architekten gmbh, München
Mitarbeiterinnen: Ana Turk, Ziqi Shang

Fachplaner
Freiflächen: fischer heumann landschaftsarchitekten, München
Tragwerk /Bauphysik: lieb obermüller + partner, München
ELT: IT – Jürgen Wimmer, Altötting
HLS: Planungsbüro Schmidhuber, Kienberg

Ausführende Firmen
Abbruch: Karl Groß GmbH, Moos
Firmen: Baumeister Bauunternehmung M.Grundner GmbH, Burghausen
Holzbau: Holzbau Drexl, Garching/Alz
Fensterelem: güthler glasfassaden GmbH, Lauben
Spengler Maierhofer Spenglerei GmbH & Co. KG, Neuötting
Gerüst: Stadler Gerüstbau GmbH, Altötting
Estrich: Walter Menzetow Bodentechnik, Söchtenau
Trockenbau: Schreinerei Vogl GmbH, Roßbach / Thanndorf
Schlosser: Jakob Haider Metallbau, Feichten/Alz
Sichtmauerwerk: Krotzer & Eisele GmbH, Deggendorf
Sonnenschutz Streller GmbH & Co. KG, Heldenstein
Maler K.H. Freutsmiedl GmbH & Co. KG, Altenmarkt
Parkett Benjamin Schmidhammer, Parkett- und Fußbodentechnik, Fridolfing
Metallbau: Metall-Glasbau Ibsch GmbH, Neuötting
Fliesen: Anglhuber GmbH, Fliesen – Natursteine, Töging a. Inn
Möbelschreiner: Baumgartner Schreinerwerkstätten GmbH, München
Bauschreiner: Die Huber Schreiner, Lohkirchen
Schließanlage: Erich Bis Schlüssel-Dienst, Tyrlaching
Beschilderung: Xylo-Wolf GmbH, Ottobrunn
Heizung/Sanitär: Heizung Hans Ludwig, Tüßling
Lüftung: J. Weisky, Trostberg
Aufzug: Kone GmbH, Germering
Elektro: Peter Ackermann GmbH, Garching/Alz
GaLaBau: Neudecker GmbH, Garching/Alz

Hersteller
Decke Pfarrsaal: Lignotrend Brettsperrholz-Kastenelement
Raumakustik Lignotrend Akustik
Innentüren Schörghuber Spezialtüren GmbH
Pfoster-Riegel-Fassaden: Raico Bautechnik GmbH
Fliesen: Mosa
Türdrücker: FSB
Leuchten: XAL GmbH
Sonnenchutz: Warema
Mobile Trennwände: Nüsing

Bruttogeschossfläche
1.030 m²

Gebäudevolumen
4.380 m³

Gesamtkosten
5,160.000 €

Fotos
​Jann Averwerser Photography

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