Sanierung und Modernisierung der Universität Siegen

Nattler Architekten
17. November 2021
Luftaufnahme des Campusgeländes (Foto: HGEsch Photography)

Nattler Architekten haben den weitläufigen Komplex der Universität Siegen energetisch saniert und modernisiert. Thomas Höxtermann und Heinz-Georg Guth haben unsere Fragen zum Projekt beantwortet.

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?

Es ging von Anfang darum, den Studenten nach der Sanierung eine gute Umgebung zum Lernen und Studieren zurückzugeben; einen Ort zum Wohlfühlen mit hellen, freundlichen Farben und Materialien, mit viel Tageslicht und neugestalteten zeitgemäßen Innenräumen.

Eingang (Foto: HGEsch Photography)
Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?

Der Campus Adolf-Reichwein liegt am Hang des Haardter Berges. Wichtig für die Sanierung/Modernisierung war es, den Bezug zur Stadt zu unterstützen, zum Beispiel mit einer Mensa, die sich mit ihrer Terrasse Richtung Stadt orientiert und eine traumhafte Aussicht bietet.

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzerinnen den Entwurf beeinflusst?

Das ganze Projekt war im gesamten Zeitraum von Teamwork geprägt: Beteiligt waren der BLB als Auftraggeber, Züblin als Generalunternehmer mit den Architekten und Fachplanern, die Uni selbst und das Studierendenwerk Siegen. Alle diese Mitspieler haben das Beste aus ihren Erfahrungen in das Projekt eingebracht.

Lounge (Foto: HGEsch Photography)
Lounge (Foto: HGEsch Photography)
Wie hat sich das Projekt vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk verändert?

Zum Start des Projektes lagen eine gute Bestandsaufnahme, klare Zielrichtung und Anforderungen bereit. Vom ersten Entwurf bis zur Umsetzung wurden diese Grundsätze durchgehalten. Die klare Aufgabenstellung und das professionelle Team waren der Erfolg für die jetzige Umsetzung.

Bibliothek (Foto: HGEsch Photography)
Studienraum (Foto: HGEsch Photography)
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?

Grundlage für das gesamte Projekt war die energetische Modernisierung. Damit der Wärmestandard erreicht werden konnte, mussten die auskragenden Balkone erntfert werden. Eine wärmegedämmte Fassade wurde vorgehängt und zudem der Schallschutzstandard verbessert. Die Barrierefreiheit war von Anfang an ein wichtiges Thema und wurde im Zusammenspiel mit den beteiligten Behörden auch für den Bestand optimal gelöst.

Die im Inneren des Gebäudes vorhandenen sichtbaren Lüftungsleitungen und Technikanlagen halfen, die energetisch moderne Technik einzufügen. Dabei gab es keine großen Anpassungen im Bestand und in der Konstruktion.

Fassade (Foto: HGEsch Photography)
Fassade (Foto: HGEsch Photography)
Fassade und Eingang (Foto: HGEsch Photography)
Welche speziellen Produkte oder Materialien haben zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Der Bestand war hier der Star: Die dauerhaft beanspruchten Oberflächen wie Sichtbeton und Spaltklinker sollen in ihrer Werthaltigkeit auch die nächsten Generationen von Studierenden überdauern.

Lageplan (Plan: Nattler Architekten)
Grundriss Erdgeschoss (Plan: Nattler Architekten)
Schnitt (Plan: Nattler Architekten)
Fassade (Plan: Nattler Architekten)
Universität Siegen 
2020 
Adolf-Reichwein-Straße 4-8
57076 Siegen

Auftragsart
Objektplanung und Interior Planung
 
Bauherrschaft
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Dortmund
 
Architektur
Nattler GmbH, Essen
Projektleiter:  Egbert Drießen, Dipl.-Ing. Architekt
Team: Carsten Kodat, Sergej Kozlow, Ruth Lohmann, Manuela Müller, Sibel Sahin, Dipl.-Ing. Architektin
 
Fachplaner
Tragwerksplanung: Ed.Züblin AG, ZT-Tragwerk, Duisburg
HLS Planung: Prof. Dr.-Ing. Dirk Bohne, Ingenieur GmbH, Siegen; LS Plan GmbH, Siegen
Bauphysik: THOR Bauphysik GmbH & Co. KG, Bergisch-Gladbach
Brandschutz: Brendebach Ingenieure GmbH, Siegen
Fassadenplanung: ED Züblin AG, ZT_Fassade, Köln
Küchen, Gastronomie: PWK Planungsbüro Weller-Küttner GmbH, Rösrath
Interior Design: Michaelis Szenografie, Münster
 
Bauleitung
Ed.Züblin AG, Köln

GU
Ed.Züblin AG, Köln
 
Hersteller
Bodenbeläge: Anker
Sanitärobjekte: Ceramac
Türen: GEZE
Türen: Hörmann
Decken: Knauf
Fassaden: Schüco
Fliesen: Villeroy & Boch
Fassaden: Warema
 
Energiestandard
Energetische Sanierung gem. EnEV Nachweis 
 
Bruttogrundfläche
34.805 m²
 
Brutttorauminhalt
139.220 m³
 
Nutzfläche
17.002 m² 
 
Verkehrsfläche
6.649 m²
 
Gesamtkosten
113.700.000 €
 
Fotos
HGEsch Photography

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