Quartier Hoffnungsblick

andOFFICE
27. de juliol 2022
Quartier Hoffnungsblick in Schwäbisch Gmünd (Foto: Philip Kottlorz)
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Die Herausforderung bestand darin, einen Ort zu schaffen, an dem ein lebendiges Miteinander von Senioren, Paaren, jungen Familien und Geflüchteten in flexiblen Wohnformen und in bezahlbarem Wohnraum stattfinden kann. Das Konzept konzentriert sich auf die Teilhabe aller und schafft vielfältige Angebote und Strukturen zur Unterstützung eines gemeinschaftlichen aktiven Lebens. So befindet sich zwischen zwei Gebäuden eine transparente, verglaste Fuge, die auf vier Geschossen gemeinschaftliche Nutzungen wie ein internes Café, Seminarräume und eine Lounge beinhaltet. Werkstätten in den Sockelgeschossen der Holzbauten vervollständigen das kreative Angebot.

Quartier Hoffnungsblick in Schwäbisch Gmünd (Foto: Philip Kottlorz)
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?

Mit der Wohnanlage entfalten sich zwei Programme parallel: Einerseits integratives Wohnen von Einheimischen und Geflüchteten, andererseits Mehrgenerationenwohnen durch die Ergänzung von seniorengerechten Wohnungen für Menschen, die ihre Wohnsituation vorausschauend ihrer Zukunft anpassen und sich in einer lebendigen und inspirierenden Quartiersgemeinschaft einbringen möchten. In der Begegnung beider Ansätze entsteht ein interkulturelles Mehrgenerationenwohnen, gelebt mit dem Ziel einer respektvollen Gemeinschaft, in der sich alle nach ihren Interessen und Möglichkeiten einbringen können.

Quartier Hoffnungsblick in Schwäbisch Gmünd (Foto: David Franck)
Quartier Hoffnungsblick in Schwäbisch Gmünd (Foto: David Franck)
Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?

Sechs Baukörper gruppieren sich um einen gemeinschaftlichen Innenhof. Versätze und Drehungen zueinander erzeugen trotz hoher Dichte abwechslungsreiche Durchblicke und Zwischenräume sowie durch die Staffelung an einem steilen Hanggrundstück den Charakter eines Bergdorfs. Die sechs Gebäude bilden mit geschwungenen Balkonen und runden Gebäudeecken eine ausdrucksstarke gestalterische Einheit und zeigen gleichzeitig durch unterschiedliche Konstruktion und Materialität die Vielfalt der Wohnformen. Das seniorengerechte Wohnen in konventioneller Massivkonstruktion mit Putzfassade bietet einundzwanzig barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen. Die übrigen vier Häuser sind in nachhaltiger vorgefertigter Holzbauweise konstruiert.

Quartier Hoffnungsblick in Schwäbisch Gmünd (Foto: David Franck)
Quartier Hoffnungsblick in Schwäbisch Gmünd (Foto: David Franck)
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?

Ein wichtiges Instrument bei der Entwicklung der Nutzerkonzeption war ein fünfstufiger Workshop von Stadt, Anwohnerschaft und Investor. In diesem partizipativen Prozess konnte vor Baubeginn ein für alle Beteiligten stimmiges Gesamtkonzept mit hoher Akzeptanz erzielt werden. Eine frühe Idee sah beispielsweise ein Youth Hostel vor, seniorengerechtes Wohnen als Mehrgenerationenkomponente entwickelte sich erst innerhalb des Workshops und erwies sich als perfekte Ergänzung zur inhaltlichen Arbeit des Bauherrn.

Quartier Hoffnungsblick in Schwäbisch Gmünd (Foto: David Franck)
Quartier Hoffnungsblick in Schwäbisch Gmünd (Foto: David Franck)
Welche speziellen Produkte oder Materialien haben zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Zur wirtschaftlichen Realisierung des Projektes in Schwäbisch Gmünd wurden vier der insgesamt sechs Gebäude aus dem von andOFFICE entwickelten Baukasten „Hoffnungshäuser“ heraus als vorgefertigte Holzbauten umgesetzt. Alle Fassaden sind geprägt durch eine vertikale Textur in Form von einem markanten Besenstrich-Putz oder der vorvergrauten Holzleistenschalung sowie durch spielerisch angeordnete Fensterelemente.

Grundriss Obergeschoss (Zeichnung: andOFFICE)
Schnitt (Zeichnung: andOFFICE)
Elementierung (Bild: andOFFICE)
Quartier Hoffnungsblick
2021
Taubentalstraße 7
73525 Schwäbisch Gmünd

Nutzung
Integratives Wohnen / Seniorenwohnen

Auftragsart
Direktbeauftragung

Bauherrschaft
Hoffnungsträger Stiftung Leonberg
 
Architektur
andOFFICE Blatter Ertel Probst, Stuttgart
Projektleiter: Thorsten Blatter, Heiner Probst, Sebastian Müller,
Olaf Schäfer
Beteiligte Mitarbeiter: Theresa Eitel, Jana Hasl-Welk, Julika Kirgis, Viktorija Nikolova, Junho Son, Xue Peng
 
Fachplanung
Holzbau, Tragwerk und Bauphysik
Holzbau: müllerblaustein Ingenieure GmbH, Blaustein
Statik: Peter Baustatik GmbH, Heilbronn
Elektroinstallation: Büro für Elektrotechnik Elmar Beirle, Iggingen
Haustechnik: Heima Welte GmbH, Balingen
Bau- und Raumakustik: RW Bauphysik, Schwäbisch Hall
Lichtplanung: Frank Bossert, Stuttgart
 
Ausführende Firmen
Rohbau: Bietergemeinschaft Kolb + Schwarzkopf, Heubach/Schwäbisch Gmünd Holzbau: müllerblaustein HolzBauWerke GmbH, Blaustein
HLS: Heima-Welte GmbH, Balingen
Elektroinstallation: ABGA GmbH, Weissach
Verglasungen: Stahl Fensterbau GmbH
Estricharbeiten: Ade Fußbodenbau GmbH, Backnang
Putz-, WDVS- und Malerarbeiten: Stuckateurbetrieb Weiß GmbH, Göppingen Fliesen- und Natursteinarbeiten: Von Au Gehrung Fliesen GbmH, Nürtingen Parkettlegearbeiten: Parketthaus Stiehl, Bad Überkingen
 
Hersteller
Poroton-S10-MW Planziegel wärmegedämmt: Wienerberger
2/4
OSB Holzwerkstoff: Egger
Cetris Basic: Bausal
BSH Massivholzdecke: Binderholz
Murano SB210 Terrazzofliesen: Agglotech
Mosaico Porcelanico: Cinca
 
Energiestandard
ENEV 
 
Bruttogeschossfläche
6.849 m²
 
Gesamtkosten KG 200-600
11.230.000 €

Auszeichnung
Polis Award 2021, Soziale Quartiersentwicklung 
 
Fotos
David Franck
Philip Kottlorz

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