Der neue Eingang leitet in einen Rundgang über, der auch durch das Geburtshaus und die Armenschule führt. Hier wird kein Kontrast inszeniert, sondern das Selbstverständliche in den Kontext kontinuierlicher Erneuerung integriert. Ziegelflächen – rötlich-grau schimmernder, Egernsunder Ziegel aus Dänemark – und Fenster aus goldfarbig eloxiertem Aluminium sowie Lamellen aus Beton bestimmen das Erscheinungsbild der Neubauten, die stadträumliche Lücken sinnvoll schließen.
Das Interieur verzichtet auf alles Modische. Parkett und weiße Wände bilden den Hintergrund für die Lutherausstellung in einem Haus, in dessen Vorläufer der Reformator nur kurz gelebt hat, bevor die Familie nach Mansfeld zog. Doch Eisleben braucht die geschichtlich interessierten Touristen, wo es vom Bergbau nicht mehr leben kann. Mit dem Luther-Geburtshaus-Ensemble ist es um eine gelungene Attraktion reicher.
Ursula Baus