Großzügig, hell und freundlich sind die Räume des Neubaus, in denen man sich sehr geborgen fühlt.
Dass Klöster geschlossen und Kirchen umgenutzt werden, ist keine Seltenheit mehr. Der Unterhalt wird aufgrund steigender Energiekosten immer teurer, die Zahl der Christen nimmt ab, ein Leben als Mönch oder Nonne scheint den meisten keine Lebensform zu sein, die es anzustreben gilt. In der Abtei Hamborn in der Nähe von Duisburg stehen die Zeichen dagegen auf Zuwachs, so dass ein Anbau errichtet werden musste. Dessen helle Räume, besonders die Kemenaten der Mönche, erinnern allerdings keineswegs an die oftmals dunklen, kleinen und kargen Zimmer, die manch einer bis heute mit einem Kloster in Verbindung bringen mag. Von „Zellen“ kann nicht mehr die Rede sein. Hoch, hell, schlicht und doch relativ groß sind die Räume.
Auch die Kapelle, die sich im Erdgeschoss des Anbaus befindet, strahlt Wärme und Geborgenheit aus und ist gleichzeitig über vier Ein- und Ausgänge mit ihrer Umgebung verbunden: zum angrenzenden Friedhof über eine vollflächig verglaste Wand, zum benachbarten Schulhof, von der Empore zum Wohnbereich im ersten Obergeschoss und natürlich zu den Räumen im Erdgeschoss des Neubaus.
Auch die Kapelle, die sich im Erdgeschoss des Anbaus befindet, strahlt Wärme und Geborgenheit aus und ist gleichzeitig über vier Ein- und Ausgänge mit ihrer Umgebung verbunden: zum angrenzenden Friedhof über eine vollflächig verglaste Wand, zum benachbarten Schulhof, von der Empore zum Wohnbereich im ersten Obergeschoss und natürlich zu den Räumen im Erdgeschoss des Neubaus.
Das Motiv der Fassadenstützen im Erdgeschoss setzt sich vom Erweiterungsbau aus den 1970er Jahren (Architekt: Hans Schilling) leicht variiert im Neubau fort und verbindet die beiden Gebäudeteile optisch.
Dieser kreiert mit seinem L-förmigen Grundriss einen zweiten Innenhof – analog zum Kreuzgang, der sich zwischen der Klosterkirche und nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebauten Gebäudeteilen aufspannt. Zu dieser Seite hin – nach Süden – sind auch alle Innenräume ausgerichtet; sowohl die öffentlichen Räume im Erdgeschoss, wie Büros, Rekreationsraum und Gesprächs- und Gruppenräume, als auch die zehn barrierefrei zugänglichen Zimmer in den beiden Obergeschossen.
Die Fassaden des Erweiterungsbaus wirkt trotz Wärmedämmverbundsystems nicht billig, denn anstatt eines Scheibenputzes ließen die Architekten einen traditionell hergestellten Kratzputz aufbringen. Das leicht geneigte Pultdach ist mit Zinkblechen eingedeckt, die sich an einer Seite der Kapelle bis zum Boden herunterziehen. Dadurch sollte der Eingang betont werden, doch in der Realität wirkt diese „Sonderfassade“ eher wie ein Fremdling.
Die Fassaden des Erweiterungsbaus wirkt trotz Wärmedämmverbundsystems nicht billig, denn anstatt eines Scheibenputzes ließen die Architekten einen traditionell hergestellten Kratzputz aufbringen. Das leicht geneigte Pultdach ist mit Zinkblechen eingedeckt, die sich an einer Seite der Kapelle bis zum Boden herunterziehen. Dadurch sollte der Eingang betont werden, doch in der Realität wirkt diese „Sonderfassade“ eher wie ein Fremdling.
Die Kemenaten im zweiten Obergeschoss sind über eine Galerie direkt vom Treppenhaus oder von der darunterliegenden Etage erreichbar. Leider verengt die schrägstehende Wand den Raum am Beginn des Flurs teilweise so sehr, dass man nicht bis unter das Dach blicken kann.
Auch im Innern gibt es eine Wand, die eine Sonderstellung einnimmt. Die Stirnwand des Flurs in den Obergeschossen ist in Gold gehalten. Denn als Rückwand der Kapelle ist sie sichtlich etwas Besonderes. Die restlichen Materialien halten sich dagegen dezent zurück, verbinden sich zu einem gelungenen Ganzen. Das Altweiß von Wänden und Decken ist als Reminiszenz an die Ordensgewänder der Prämonstratenser zu sehen, gestrichener Beton und die Glas-Metallfassade zur Nordseite hin setzen sich von der umgebenden Bebauung und den Baustoffen der klösterlichen Altbauten ab. Durch seine äußere Form und seine Fassadengestaltung steht der Neubau im Bezug zum Bestand, während die Materialien und die teilweise expressiven Innenräume eine zeitgenössische Sprache sprechen.
Simone Hübener
Simone Hübener
Erweiterung Abtei Hamborn, Duisburg
2011
An der Abtei 4-6
47166 Duisburg
Bauherr
Abtei Hamborn
Duisburg
Architekten
ASTOC Architects and Planners
Köln
Projektleiter
Zafer Bildir
Ansprechpartner für Rückfragen
Herr Markus Kersting
Ingenieurbüro Mentges
Siegburg
Ingenieurbüro Klaus Krefft
Bottrop
R+S Haustechnik
Düsseldorf
Bruttogeschossfläche
1.880 m²
Baukosten
3,3 Mio. Euro
Fotos
Christa Lachenmaier
Köln
2011
An der Abtei 4-6
47166 Duisburg
Bauherr
Abtei Hamborn
Duisburg
Architekten
ASTOC Architects and Planners
Köln
Projektleiter
Zafer Bildir
Ansprechpartner für Rückfragen
Herr Markus Kersting
Ingenieurbüro Mentges
Siegburg
Ingenieurbüro Klaus Krefft
Bottrop
R+S Haustechnik
Düsseldorf
Bruttogeschossfläche
1.880 m²
Baukosten
3,3 Mio. Euro
Fotos
Christa Lachenmaier
Köln










