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Wertvolle Schatzkammern

Die Glasvitrinen, bevor sie mit Exponaten bestückt wurden.
Die Glasvitrinen, bevor sie mit Exponaten bestückt wurden.
Stuttgarts Altes Schloss birgt einen Schatz, der bisher nur wenigen bekannt sein dürfte: Her ist eine der weltweit bedeutendsten Glasausstellungen zu sehen. Sie befindet sich in einem der beiden unter der Dürnitz, dem Saal des Schlosses, liegenden Gewölbekeller, der für die Ausstellung saniert wurde.
Der etwas über 45 Meter lange Raum nimmt in seiner Mittelzone L-förmige Vitrinen auf, die so zueinander gestellt sind, dass sich kleine, offene Themenkabinette und Nischen bilden, die den Gesamteindruck des Raums nicht beeinträchtigen, aber die zur Betrachtung nötige räumliche Fassung gewährleisten. Auch entlang der Wände wurden Vitrinen aufgestellt, so dass sich ein homogener, die Länge des Raumes betonender Eindruck einstellt. Die Vitrinen sind visuell dreigeteilt: ein Sockelband und eine Attika werden durch eine aluminiumfarbene Lackierung der Innenseite der Glasflächen auf lichtundurchlässiger Grundierung abgedunkelt und von der hellen Mittelzone, hinter dem die beleuchteten Ausstellungsobjekte zu sehen sind, abgegrenzt.
Die L-förmigen Vitrinen sind so angeordnet, dass sich Raumnischen und Durchblicke zu einem spannenden Raumgefüge verbinden.
Die L-förmigen Vitrinen sind so angeordnet, dass sich Raumnischen und Durchblicke zu einem spannenden Raumgefüge verbinden.
Die Vitrinen sind in ihrer ganzen Höhe, die freistehenden über die ganze Fläche einer Seite jeweils von einer fugenlosen Glasscheibe begrenzt, die unsichtbar mit der Unterkonstruktion verklebt wurde; nur an wenigen Stellen wurden die Scheiben für eine Revisionsöffnung im Unterbau horizontal unterteilt. Der Charakter eines edlen geschliffenen Schreins wird nicht durch pragmatische Details, etwa in Form von sichtbaren Öffnungsbeschlägen, gestört. Sollte man auf die Exponate zugreifen müssen, wird die ganze Glasfläche entriegelt, mit Glassaugern nach außen gezogen und über ein Zweischienensystem je nach Bedarf zur Hälfte nach rechts oder links bewegt.
Die Farbe der beschichteten und lackierten Holzwerkstoffplatten, die der Glaslackierung und des dunkeln Terrazzo- und Natursteinbodens sind so gewählt, dass sich ein stimmiges, zurückhaltendes und edles Gesamtbild ergibt. Der Raum wird gedämpft beleuchtet, damit die in den Vitrinen angestrahlten Objekte ihren ganzen Reiz entfalten können.
Christian Holl
Dank einer präzisen Detaillierung und Verarbeitung wirken die Vitrinen wie wertvolle Schreine.
Dank einer präzisen Detaillierung und Verarbeitung wirken die Vitrinen wie wertvolle Schreine.
Grundriss
Grundriss
Links: Schnitt Wand-Vitrine
Rechts: Schnitt Mittel-Vitrine
Links: Schnitt Wand-Vitrine
Rechts: Schnitt Mittel-Vitrine
Glasausstellung
Sammlung Ernesto Wolf
2005
Württembergisches
Landesmuseum Stuttgart
Altes Schloss
Schillerplatz 6
70173 Stuttgart

Auftraggeber
Land Baden-Württemberg
vertreten durch
Vermögen und Bau Baden-Württemberg
Amt Stuttgart

Ausstellungsgestaltung
HG Merz Architekten Museumsgestalter
Stuttgart

Ulrich Zickler
Stuttgart

Sanierung und Umbau Gewölbekeller
Vermögen und Bau Baden-Württemberg
Amt Stuttgart

Heizungs-/ Klimatechnik
Interplan Gebäudetechnik
Gerlingen

Elektro- und Lichttechnik
Ingenieurbüro Köhler
Leonberg

Statik
Andienungssteg
OSD GmbH + Co. KG
Darmstadt

Gewölbetonne
Ingenieurbüro Bogenschütz
Stuttgart

Prüfstatik
Ingenieurbüro Wulle
Stuttgart

Bauphysik
Prof. Dr. rer.nat. Stohrer
Stuttgart

Vitrinenbau
Glas + Spiegel Schulz Kiel
GmbH+Co. KG
Kiel

Fotografie
Brigida González

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Soeben wurde der Baulöwe Jürgen Schneider zum Theaterstar: Dadurch kommen sich Immobilienbranche und Baukultur durchaus noch nicht näher (http://www.theater-projekt-stuttgart22.de/SchneiderInhalt.html, Bild: Daniela Aldinger)
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