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Glänzende Perspektive

Schimmernde Messingbondplatten bilden die Fassade des neuen Forschungsgebäudes auf dem Institutscampus der Fraunhofer-Gesellschaft in Darmstadt.
Schimmernde Messingbondplatten bilden die Fassade des neuen Forschungsgebäudes auf dem Institutscampus der Fraunhofer-Gesellschaft in Darmstadt.
Adaptronik gilt als eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Selbstanpassende Verbundstrukturen können auf Lärm, Schwingungen, Vibrationen oder Verformungen reagieren, die Belastungen können so deutlich reduziert werden. An Fassaden, als Maschinenverkleidungen oder für stark beanspruchte Teile, etwa Rotorflügel eines Hubschraubers, können solche adaptive Systeme angewendet werden.
Der scharf geschnittene Kubus wird durch querstehende Platten akzentuiert. Sie sind aus dem gleichen Material wie die übrige Fassade und erzeugen ein belebendes Licht- und Schattenspiel.
Der scharf geschnittene Kubus wird durch querstehende Platten akzentuiert. Sie sind aus dem gleichen Material wie die übrige Fassade und erzeugen ein belebendes Licht- und Schattenspiel.
Für eine breite kommerzielle Nutzung ist es allerdings noch zu früh. Es wird weiter geforscht; seit Ende des letzten Jahres auch im neuen Transferzentrum Adaptronik in Darmstadt. Hier ist ein neuer Schritt in einer bereits zehn Jahre währenden Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft, von Fraunhofer-Gesellschaft und kleinen und mittelständischen Unternehmen gesetzt worden. In der weiteren Kooperationen sollen neue Produkte  entwickelt werden, soll der Transfer von der Forschung in die Anwendung vollzogen werden. Eingegliedert in das Ensemble des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) stellt der neue, mal goldglänzend, mal bronze matt schimmernde Quader, das neue Forschungsgebäude auch nach außen sichtbar dar, dass in seinem Inneren Besonderes geschieht. Eine Neuentwicklung aus Sandwichelementen und Messingplatten prägt die Fassade, die in einem unregelmäßigen Raster von quadratischen Öffnungen durchbrochen ist und durch sie belebt wird. Fensterbänder werden von quer zur Fassade stehenden Schwertern gefasst, die aus dem gleichen Material sind wie die übrige Fassade.
Blick in den Showroom des neuen Institutsgebäudes, er ist über eine Galerie und großzügige Verglasung mit dem übrigen Gebäude verbunden.
Blick in den Showroom des neuen Institutsgebäudes, er ist über eine Galerie und großzügige Verglasung mit dem übrigen Gebäude verbunden.
Das Innere ist in Längsrichtung in drei Zonen gegliedert: In eine Versuchshalle mit Nebenräumen, eine Erschließungszone und einen Show- und Seminarbereich mit Besprechungsräumen. Zweigeschossige Räume verbinden Büros, Labore, Seminarräume mit Showroom und Versuchshalle, sind voneinander lediglich durch Glaswände getrennt und schaffen eine transparente Struktur, interessante Blickbeziehungen und eine enge visuelle Verzahnung von verschiedenen Arbeitsfeldern. Wissensaustausch soll nicht nur Phrase sein, sondern auch durch das Gebäude erlebbar und ausgedrückt werden. Modernes Arbeiten in Teams, in Gruppen, das Lernen voneinander auch durch ein informelles Gespräch – das Haus lässt es zu, fordert dazu auf.
Aus dem Atrium im ersten Obergeschoss ergeben sich interessante Blickbeziehungen zwischen den Geschossen
Aus dem Atrium im ersten Obergeschoss ergeben sich interessante Blickbeziehungen zwischen den Geschossen
Und auch energetisch will man auf dem neuesten Stand sein: Mittels Betonkerntemperierung werden die Räume geheizt beziehungsweise gekühlt, geplant ist, die Abwärme einer Hydraulikanlage zur Beheizung heranzuziehen. Das neue Gebäude hat und verspricht glänzende Perspektiven.
Christian Holl
Lageplan
Lageplan
Grundriss EG
Grundriss EG
Grundriss 2. OG
Grundriss 2. OG
Längsschnitt
Längsschnitt

Transferzentrum Adaptronik
Fraunhofer-Institut LBF
2010

Bartningstr. 47
64289 Darmstadt

Auftraggeber
Fraunhofer-Gesellschaft
München

Architekten
JSWD Architekten
Köln

Projektleiter
Robert Bönsch

Tragwerksplanung
Office for Structural Design
Frankfurt am Main


Wärmeschutz
HLS-Planung
IB Rödel

Brandschutz
Konzept Pro, Siegen
Hilla Brandschutz, Frankfurt am Main

Bruttogeschossfläche
2290 qm

Baukosten (KG 200-700)
4,44 Mio Euro

Fotografie
Felix Krumbholz


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Soeben wurde der Baulöwe Jürgen Schneider zum Theaterstar: Dadurch kommen sich Immobilienbranche und Baukultur durchaus noch nicht näher (http://www.theater-projekt-stuttgart22.de/SchneiderInhalt.html, Bild: Daniela Aldinger)
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