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JeKi – mehr Raum für Musik

Der 1970er Bau verschwand, rundum erweitert, in einem neuen Kleid. (oben: Umbau, Foto: Ursula Baus, unten: Altbau, Foto: Stadt Hamm)
Der 1970er Bau verschwand, rundum erweitert, in einem neuen Kleid. (oben: Umbau, Foto: Ursula Baus, unten: Altbau, Foto: Stadt Hamm)
Jedem Kind ein Instrument: Seit 2007 lief diese Bildungsinitiative des Landes Nordrhein-Westfalen, und sie bescherte Musikschulen wie hier in Hamm erfreulichen, regen Zulauf. Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket 2 konnte die Musikschule, die 1974 von einem Hammer Planungsring gebaut worden ist und rasch in ihrem Modellcharakter anerkannt war, saniert und erweitert werden. Bereits 1940 gegründet, zählt die Hammer Musikschule zu den ersten ihrer Art. Und heute gehört sie mit über 6.000 Schülern und rund 100 Lehrern auch zu den größten. Die jüngste Erweiterung und kräftige Umgestaltung der Musikschule, die an einer stark befahrenen Kreuzung am Rietzgartenviertel (Wohngebiet) liegt, war nicht unumstritten, erweist sich inzwischen aber als Attraktion.
Auch innen entstand ein neuer Gebäudecharakter – Foyer mit gepolsterter Sitzbank.
Auch innen entstand ein neuer Gebäudecharakter – Foyer mit gepolsterter Sitzbank.
Die Musikschule ließ sich nach quasi allen Seiten erweitern: Die seitlichen Raumspangen wurden verlängert, was im Erdgeschoss zu einem neuen Foyer und in zwei Obergeschossen zu vier neuen Übungsräumen führte. Außerdem konnte der Bau aufgestockt werden, um zusätzliche Übungs- und Probesäle sowie eine Probebühne unterzubringen. Überdacht ist das neue Geschoss mit einer weitgespannten Konstruktion auf Fachwerkträgern in den Stirnseiten – der Altbau musste dafür nicht einmal verstärkt werden. Im Schnitt sieht man gleich, dass damit die nötige Raumhöhe für die Probesäle erreicht werden konnte. Das gesamte Interieur ist mit schlichten Materialien robust und praktisch erneuert worden; mit Schallschutzputz ließ sich die Akustik erheblich verbessern. Wert auf eine Konfrontation oder penible Nahtstelleninszenierung zwischen Alt und Neu wurde nicht gelegt.
Der große Saal, in dem die Schüler vor Publikum spielen lernen.
Der große Saal, in dem die Schüler vor Publikum spielen lernen.
Die Fassade ist energetisch saniert und in Teilen mit lamellenähnlichen Elementen (Sonnenschutz) bestückt worden. Die Hauptseite wirkt nun mit dem großzügig verglasten Obergeschoss wie eine Art Schaufenster der Musikschule, die im Stadtraum jetzt mit der Grandezza eines Konzerthauses in Erscheinung tritt. Funktional hatte die alte Musikschule erstaunliche Dienste geleistet – als Solitär im Stadtraum glich sie eher einem Verwaltungsbau. Das Programm "JeKi" (jedem Kind ein Instrument) sollte in anderen Bundesländern durchaus Nachahmer finden und – wie in Hamm – (bau-)kulturelle Spuren im öffentlichen Raum hinterlassen.
Ursula Baus
Der Probesaal im neuen Obergeschoss: Schaufenster zur Stadt.
Der Probesaal im neuen Obergeschoss: Schaufenster zur Stadt.
Lageplan
Lageplan
Erdgeschoss
Erdgeschoss
Schnitt
Schnitt
Sanierung und Erweiterung der
Städtischen Musikschule Hamm
2011

Hamm

Bauherr
Stadt Hamm
Hochbauamt – Technisches Rathaus
Hamm

Architekten
wulf architekten GmbH
Stuttgart

Projektleiterin
Bettina Löschhorn

Bauleitung in Kooperation mit
schneider+schumacher
Adel Makhlouf
Hamm

Tragwerksplanung
Draheim Ingenieure
Hamm

Akustik
Graner Ingenieure

Haustechnik
ISW Ingenieur GmbH
Arnsberg

Bruttogeschossfläche
2.500 m² Bestand
1.825 m² Erweiterung

Baukosten
ca. 6,6 Mio. €

Fotografie
Christian Richters

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