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Nach achtzig Jahren wieder da

Simone Hübener | 04.06.2011 | Personen, Preise, Pointen
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Im Dezember 1926 erschien zur Eröffnung des Bauhausgebäudes in Dessau zum ersten Mal die Zeitschrift "bauhaus". Fünf Jahre lang konnte man sich damit in dreimonatigem Rhythmus (mit Unterbrechungen) über das Geschehen in Dessau und Tendenzen der Moderne informieren. Gleichzeitig war diese Zeitschrift für ihre Herausgeber natürlich auch ein Sprachrohr, um ihre Gedanken, Ideen und Konzepte zu verbreiten.
Achtzig Jahre nach der letzten Ausgabe von 1931 ist vor wenigen Wochen nun die erste Ausgabe einer Zeitschrift mit gleichem Titel erschienen. "dabei wollen wir uns keineswegs anmaßen, eine abgebrochene tradition zu kopieren. (...) ziel der halbjährlich erscheinenden zeitschrift ist es, über die aktivitäten der stiftung und ihrer kooperationspartner zu berichten und diese zu kommentieren. in den fokus geraten damit nicht nur die aktivitäten in dessau, sondern die eines internationalen netzwerkes zu fragen der gestaltung", schreibt Philipp Oswalt, der neue Herausgeber und Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau in seinem Vorwort. Weiter heißt es: "für jede ausgabe wählt die redaktion ein schwerpunktthema aus, das einen bezug zu einem größeren stiftungsprojekt besitzt. das erste heft ist dem künstler gewidmet und erscheint anlässlich der großen kurtkranz-werkschau, einer der größten kunstausstellungen der stiftung in den vergangenen zehn jahren."
Gegliedert ist die Zeitschrift in drei große Bereiche. Die ersten knapp sechzig Seiten füllen Aufsätze zum Titelthema mit viel Historischem, einer "annäherung an einen der faszinierendsten schüler des bauhauses", Kurt Kranz, sowie dem einen oder anderen Blick ins Hier und Jetzt. Daran schließen sich zwei Texte über die Bauhausstadt an, gefolgt vom sogenannten Magazin, das – analog zu den bekannten Fachzeitschriften – mit kurzen Meldungen gefüllt ist. Einziger, aber wichtiger Unterschied: Es steht hier auf den letzten Seiten und nicht am Anfang. Derjenige, der sich gleich dem Titelthema widmen will, kann also ohne Umwege mit der Lektüre beginnen. Zahlreiche Fotografien in sehr guter Qualität, Skizzen und Nachdrucke handschriftlicher Notizen lockern das von den Texten bestimmte Layout auf.
Und noch etwas überrascht äußerst positiv: Keine einzige bunte Anzeige sticht zwischen den Zeilen ins Auge, denn diese sind kompakt auf den letzten acht Seiten abgedruckt.
An das mit 112 Seiten stattliche Heft in deutscher Sprache schmiegt sich ein kleines, schlankeres Heftchen, für das Auszüge ins Englische übersetzt worden sind. Die deutsche Ausgabe lässt sich deshalb sehr gut lesen, nervtötendes Blättern und Suchen nach den deutschen Texten entfällt – eine clevere Idee.
Bestellen kann man die erste Ausgabe zu einem Preis von acht Euro zzgl. Versandkosten bei der Stiftung Bauhaus Dessau. Nach Präsentationen in Leipzig und Berlin wird sie am kommenden Montag, 11. April, um 19 Uhr von Philipp Oswalt und den Redakteuren Ingolf Kern und Andreas Kühnlein nun auch offiziell in Dessau vorgestellt. sh

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