Forschungs- und Laborgebäude der Humboldt-Universität
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Interior Designer
de Winder Architekten GbR

Project
Forschungs- und Laborgebäude der Humboldt-Universität
Berlin / Deutschland, 2010
Description
Stadträumliche Einbindung
Die bestehende Situation zeichnet sich besonders durch die heterogene Struktur verschiedener zeitlichen Epochen aus. Beim Durchstreifen des Campus zeigt sich eine heterogene städtische Mikrostruktur mit Abfolgen vielfältiger Raumsituationen. Bestimmende Elemente sind die unterschiedlichen Maßstäblichkeiten der Gebäude sowie die intensive Präsenz der Begrünung. Das neue Volumen wird in der Orientierung zum Campus durch die Modellierung des Baukörpers gegliedert. Die Auflösung der 4-geschossigen Gebäudekubatur in Baukörperstreifen respektiert die Maßstäblichkeit der Umgebung. Die linienhaften verglasten Erschließungszonen verzahnen sich mit der Grün- und Erschließungsstruktur des Campus und werden so scheinbar zum Teil der übergeordneten Durchwegung.

Baukörperorganisation
Wesentlicher Aspekt ist die lineare, streifenartige Organisation des Gebäudes in vertikaler wie horizontaler Sicht. So entwickeltet sich eine Struktur, in der die Labore, Geräte- und Büroräume linear an- und übereinander angeordnet werden. Dabei nehmen die Laborbereiche mit größeren Raumtiefen den wesentlichen Teil der äußeren Streifen ein. Die mittleren Gebäudestreifen bilden die Funktionszonen und werden bei aussenliegender Anordnung zu den Bürobereichen. Somit sind alle Büro- und Laborbereiche der Fassade zugeordnet. Die Erschließungszonen zeichnen sich zwischen den soliden Baukörpern als verglaste Membranscheiben ab, werden somit im Außenraum eindeutig ablesbar und verbinden sich mit dem äußeren Wegekonzept. Die Treppenanlagen verflechten so die Geschosse horizontal und vertikal. Der zentrale Erschließungsstreifen setzt sich zu Gebäude 9 fort und bindet es via einen Glaskörper im 1. Obergeschoss in die Struktur der Neubebauung ein.

Fassaden- und Materialkonzept
Durch die Verwendung von Klinkerziegel wird die Modularität und Materialisierung der Umgebung aufgenommen. Die durchgefärbten Ziegel versuchen jedoch nicht den rötlich vorherrschenden Farbton der Bestandsbauten zu imitieren sondern akzentuieren durch die dunkle Färbung die Eigenständigkeit des neu hinzugefügten Baukörpers. Weiterer wesentlicher Gedanke bei der Ausformulierung der Fassade stellt die eindeutig ablesbare Plastizität dar. Die Flächigkeit der Fassade wird durch vor- und zurückspringende Lisenen, die mit den Bändern der Geschossdecken eine verwobene Plastizität erzeugen, rhythmisiert. Die Vertikalität wird durch Taillierungen in unterschiedlichen Niveaus akzentuiert und folgt so dem plastischen Prinzip der Längsfassaden. Die eloxierten Alufensterelemente sitzen tief in der Laibung und verstärken dadurch die Plastizität der Fassade. Besonderes Gestaltungselement stellt der obere Abschluss des Gebäudes dar: Die Fenster sind um den Dachaufbau überhöht, werden durch eine horizontale Verglasung zur Dachkante geführt und bilden mit den Ziegellisenen einen linearen Abschluss. So entsteht der Eindruck eines nach oben nicht abschliessenden Gebäudes. Das über die Verglasung einfallende Tageslicht überblendet die Gebäudekante und löst diese scheinbar auf. Die Materialität der Fassade setzt sich auf der Innenseite der soliden Baukörper fort und unterstützt so den Eindruck der Volumina der internen Funktionsstreifen.