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Seniorenresidenz „Am Eiskellerplatz“
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Straßenansicht (Photo: ARC architekturconzept)
Eingangsbereich (Photo: ARC architekturconzept)
Foyer Cafeteria (Photo: ARC architekturconzept)
Bewohnerdiele (Photo: ARC architekturconzept)
Dachgarten (Photo: ARC architekturconzept)
Skylobby (Photo: ARC architekturconzept)
Erdeschoss, Obergeschoss
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Architect
ARC architekturconzept GmbH Lauterbach Oheim Schaper Freie Architekten BDA Project
Seniorenresidenz „Am Eiskellerplatz“
Magdeburg / Deutschland, 2009 Description
Geplant war die Erweiterung der bestehenden Seniorenresidenz „Am Eiskellerplatz“ in einer Nebenstraße der Halberstädter Strasse in Magdeburg. Das bestehende Seniorenwohnheim ist ein 4 –geschossiges Wohnblock –Gebäude mit einem Dachaufsatz, sowie einem kleinen Außenbereich. Auf dem benachbarten Grundstück süd –östlich der bestehenden Seniorenwohnanlage sollte der Neubau errichtet werden. Dieser sollte in funktioneller Verbindung mit dem Altbau stehen. Neben 40, vom Bauherren gewünschten Bewohnerzimmer, welche als Hausgemeinschaften funktionieren sollen, werden weiterhin integrierte Cafeteria, Mehrzweckraum, Verwaltungsbereich sowie Friseur gewünscht. Die Anforderungen an eine barrierefreie Verbindung der Gebäude, schwellenlose Bewegungsfreiheit innerhalb des Neubauteils, sowie die Gestaltung eines Außenbereichs mit hoher Aufenthaltsqualität für die Bewohner stellt sich als selbstverständliche Voraussetzung dar.Städtebaulich bindet sich der Neubau als eigenständiges Gebäude in das enge städtische Gefüge zwischen dem Eiskellerplatz und der Wohnbebauung des Guts-Muths-Wegs ein. Die gegebene schmale, rechteckige Grundstücksfläche führte bei der geforderten Nutzungsspezifik und dem gewünschten Raumprogramm zu einer kompakten jedoch individuellen Lösung für den Bauherrn. Bei der Planung wurde vom Architekten darauf Wert gelegt, dass sich der Baukörper in seiner Geschossigkeit gegenüber der umgebenden Bebauung gleichberechtigt einfügt. Die Grundform des Gebäudes stellt sich in Form einer „8“ ungezwungen in das städtebauliche Gefüge. Funktional bietet diese Gebäudeform diverse Vorteile z.B. kurze Wege, Kompaktheit, schnelle Orientierung und Wohlgefühl. Aus der fest umrissenen Grundform, treten die beiden notwendigen Treppentürme garten- bzw. straßenseitig hervor. Die gegebene Baulinie des Guts-Muths-Wegs wurde mit dem Verlauf der Gebäudeaußenkante des Erdgeschosses aufgegriffen. Diese springt gegenüber den darüber gelagerten Geschossen zurück und bildet eine durchgehende Linie mit dem aus dem Kreis austretenden, eingeschossigen Verbinder („Wandelgang“) zum Altbau. Die Straßenfront des Erdgeschosses stellt sich in einer leichten, transparenten Weise dar und verbindet somit den öffentlichen Außenraum mit dem Innenraum der die Cafeteria mit Snackbar, Friseur und Snoezelenraum für die Bewohner umschließt. Für den Gesamtkomplex wurden hier die Büros für Pflege und Verwaltung mit allen dazugehörigen Nebenräumen wie Besprechungsraum, Empfang und Sanitäranlagen für Besucher und Mitarbeiter platziert. Unter den Obergeschossen des dem Bestandsgebäude abgewandten Teils, gliedern sich PKW –Stellplätze für die Mitarbeiter und Besucher an. Der funktional notwendige Technikbereich befindet sich ebenfalls an dieser, dem Gebäudegeschehen abgewandten, Seite. Der Verbindergang schafft eine barrierefreie Synthese der 2 Seniorenwohnbereiche durch direkten Anschluss an den ebenfalls im Bestand vorhandenen Aufzug. Eine aus betriebsfunktionaler Sicht wichtige Anbindung für Mitarbeiter und Pflegepersonal ist die Rampe die in das Kellergeschoss des Altbaus führt. Hier befinden sich Wäscherei und Küchenbereich des Gesamtkomplex des Seniorenzentrums. Über dem Erdgeschoss lagern sich 2 Wohngeschosse massiver auf. In den beiden baugleichen Obergeschossen, ebenfalls bestehend aus zwei ineinander verschmelzenden Kreisen, gruppieren sich jeweils um den Mittelpunkt des Kreises die Hausgemeinschaften. Ausgehend von der zentral gelegenen Diele, gliedern sich 5 Wohneinheiten mit jeweils einem gemeinsamen Flur, zwei Einzelzimmern und 2 dazugehörigen Bädern und Garderoben an. Alle Zimmer sind altersgerecht ausgestattet. Eine Grundmöblierung mit einem Einbauschrank lässt ausreichend Platz, um eigene Möbel mitzubringen. Das Zimmerfenster wurde als großes, mit einem breiten Rahmen aus Multiplex gefasstes, Element konzipiert. Es wurde tief nach unten gezogen, sodass es bei geöffnetem Fensterflügel einem gedeckten Freisitz ähnelt. Nach den Wünschen des Bauherren, wurden die Zimmereinheiten so geplant, dass Sie bei Bedarf mit geringem Aufwand zu 2-Raumwohnungen zusammengeschaltet werden könnten. Eines der Bäder wird dann zur Küche umgebaut. Die notwendigen haustechnischen Anschlüsse wurden dazu bereits in der Planung berücksichtigt und werden vorgehalten. Der somit im Gebäudeinneren liegende Dielenbereich der Hausgemeinschaften, kann nicht auf üblichem Wege mit Tageslicht beleuchtet werden. Auf Grund dessen sowohl aus brandschutztechnischer Sicht, wurden Lichtkamine eingeplant. Diese werfen über Spiegelreflektoren, das Tageslicht von oben in die Geschosse. Die maximale Lichteinfallhöhe beträgt hierbei fast 4,0 m. Das Nützliche wird hierbei mit dem Notwendigen verbunden, d.h. diese Oberlichter dienen in notwendiger Anzahl auch als RWA Rauchabzugsanlage im Brandfall. Eine besondere Taktik bei der Planung erforderten hier die Zusammenwirkung von Lage der Reflektorröhren (Lichtkamine) in den jeweiligen Geschossen in Kombination mit der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit für Rollstuhlfahrer und Pflegebetten aus und in die Bewohnerzimmer. Nur durch ein überzeugendes Brandschutzkonzept in enger Abstimmung mit dem Bauordnungsamt, konnte diese so offene Konzeption genehmigungsfähig umgesetzt werden. Damit wurde dem Wunsch des Bauherrn und Betreibers entsprochen. Die Bewohnerzimmer liegen durch die Dielen getrennt nicht direkt an dem Gemeinschaftsbereich. Dadurch ist für die Bewohner die Möglichkeit gegeben sich auch mal stärker zurückzuziehen ohne sich jedoch auszugrenzen. Die Flurtüren, auf die aus Brandschutzgründen nicht verzichtet werden konnte, stehen ständig offen, sodass dennoch eine Kommunikation zwischen den Zimmern besteht. Dieses ermöglicht auch dem Personal die Einzelzimmer und den Gemeinschaftsbereich gleichzeitig gut zu überblicken. In der Gesamtheit gibt es pro Geschoss 2 Hausgemeinschaften mit 20 Bewohnern deren Gemeinschaftsbereiche an der Verbindungsstelle der beiden Kreise liegen. Hier findet das tägliche Leben statt, wird gemeinsam gegessen und gewohnt. Optional ist die Möglichkeit diese Bereiche voneinander zu trennen indem eine eingeplante mobile Falttrennwand in Modulbauweise geschlossen wird. Zu dem Sitzbereich des nach Süden ausgerichteten Gemeinschaftsbereiches gibt es eine öffentliche Küche, einen Kamin mit Sitzgelegenheit sowie den ofen gestalteten Präsenzpunkt, an dem die Pflegekräfte Ihren täglichen Dienst verrichten und für die Bewohner zur Verfügung stehen, ebenso Besuchern als Ansprechpartner präsent sind. Angrenzend an diesen Bereich finden sich auf kurzem Weg seitlich angelagert die dienenden Räume wie z.B. Wohlfühlbad, Wäschelagerung, Entsorgung etc. Diese werden durch beide Wohngruppen einer Etage genutzt. Insgesamt sind 40 Wohn-/ Pflegeplätze geplant. Der vom Bauherren gewünschte Mehrzweckbereich wird von den Planern als eine sogenannte „Sky Lobby“ inmitten der begrünten Dachfläche angeordnet. Erreichbar ist diese selbstverständlich über die Aufzugsanlage, sowie über 2 separate Treppenhäuser. Die Dachfläche ist als nutzbarer Außenraum mit Grünanlage und großzügiger Terrassenfläche geplant. Die hier oben befindlichen Räumlichkeiten dienen dem Betreiber als Ort für Beschäftigungs- und Bewegungstherapien für die Bewohner sowie Schulungen für die Mitarbeiter und Pflegekräfte. Für das bestehende Altenpflegeheim „Am Eiskellerplatz“ eröffnen sich durch die Erweiterung mit dem beschriebenen Neubau ebenfalls eine enorme Aufwertung und neue Qualitäten im Hinblick auf die Wohn- und Aufenthaltsqualität und Therapiemöglichkeiten. Beide Gebäude funktionieren durch übergreifende Funktionen und gemeinschaftliche Nutzungen wie ein Haus. Für beide Gebäude wurde eine einladende Anbindung an den Aussenraum geschaffen und zusätzlich mit der gestalteten Dachterrasse weiteres innerstädtisches Grün angeboten. Mit der gemeinsam genutzten Eingangszone, mit überdachtem Terrassenbereich, Foyer und Empfangstresen ist eine neue Adresse für beide Häuser geschaffen wurden. Die Fassade des eingeschossigen Verbindungsganges wird durch raumhohe Verglasungen und einer Eternitplattenverkleidung in hellem grau rhythmisiert. Die Eternitverkleidung kehrt als Material und in Farbe in den Obergeschossen wieder. Hier werden die Fenster, die sich abwechselnd aus der farbigen, dynamischen Putzfassade herausdrehen, gerahmt. Hierdurch zeichnet sich ein lockeres Schattenspiel auf der Fassade ab. Auch die Putzfarbe der Sky Lobby und des gartenseitigen Treppenhauses hält sich in dezentem grau gegenüber der übrigen Putzfläche zurück. Diese wird, nach intensiver Abstimmung mit dem Bauherren, nach diversen farbkonzeptionellen Gestaltungsvorschlägen, mit einem dunklen blau versehen. Die Besonderheiten dieses Entwurfes bilden zum einen die Umsetzung des zeitgemäßen und variablen Wohn- und Pflegekonzepts mit der Integration des Pflegebereichs und -personals in den Wohnbereichen, zum anderen die Gestaltung und Einbindung der halböffentlichen Bereiche zwischen dem Bestand und Neubau, sowie die baulich Umsetzung im engen städtischen Gefüge durch einen interessanten Baukörper. Durch einen überzeugenden Entwurf wurde die durch den Bauherrn gestellte Aufgabe baulich umgesetzt. Von Planungsbeginn an wurden mit dem Bauherrn und Betreiber an der Gestaltung für zeitgemäßes altengerechtes Wohnen gearbeitet. Und auch durch die frühzeitige Einbindung der Fachplaner die technische Umsetzung erarbeitet. Das Wohn- und Pflegekonzept entspricht den zeitgemäßen Anforderung, dass nicht nur Pflegefälle in Heimen betreut werden, sondern auch ein gemeinschaftliches gesellschaftliches Leben und tägliches Wohnen für alte Menschen geboten wird, mit der Möglichkeit, bei Bedarf die Hilfe durch das Betreuungspersonal zu nutzen. Besonders die Mischung der Wohnform und das Leben in der Gemeinschaft zwischen aktiveren Senioren und Pflegefällen prägen die Wohnform dieses Heimes. Der Bauherr hat durch die gemeinsame Entwicklung des innovativen Wohnkonzeptes neue Wege in der Branche eingeschlagen. Bei einem bundesweit durchgeführten Bewertungsverfahren für Seniorenwohnheime wurde die Seniorenresidenz „Am Eiskellerplatz“ in Magdeburg mit 1,0 bewertet. Auch die Resonanz der Bewohner ist von positiver Bilanz. Der Bauherr hat sich auf Grund der vielen positiven Erfahrungen, bereits für weitere neue, teilweise schon in Planung befindliche Projekte, mit unserem Büro ARC architekturconzept entschieden. BGF (a)
2.727 m²
BGF (a-c) 3417 m² NF 2.524 m² BRI 10.910 m³ Kosten 3,2 Mio € |