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Im grünen Untergrund

Breiter Eingang ins Grüne statt dunkles Loch: Der neue Gleiszugang in Düsseldorf-Benrath.
Breiter Eingang ins Grüne statt dunkles Loch: Der neue Gleiszugang in Düsseldorf-Benrath.
Man nennt sie oft Unorte: Unterführungen, unterirdische Gleiszugänge. Verzichten kann man auf sie aber auch nicht – dass es sie gibt, hat ja gute Gründe. Hier, im Düsseldorfer Stadtteil Benrath, wird mit der Unterführung als Fortsetzung eines bestehenden Stichs ein Park & Ride-Parkplatz mit dem Bahnhof und den Gleisen verbunden, der Gleiszugang durch einen Aufzug insgesamt verbessert.
Die Unterführung als Durchgangsraum: Hier kommt der Beleuchtung entscheidende Bedeutung zu. Sie verstärkt spielerisch das Durchqueren des Raums.
Die Unterführung als Durchgangsraum: Hier kommt der Beleuchtung entscheidende Bedeutung zu. Sie verstärkt spielerisch das Durchqueren des Raums.
Die östlich der Gleise liegenden Wohngebiete erhalten außerdem einen direkten Zugang zum jenseits der Gleise liegenden Bahnhof und Ortszentrum. Dazu mussten ein Fernbahngleis und ein tieferliegendes Werksgleis unterquert werden. Die bestehende Breite von 4,50 Metern wurde aufgenommen, der Bestand mit einem Stahlbetonbau um 16 Meter verlängert, so dass die Unterführung nun insgesamt 28,50 Meter lang ist. Durch die verschiedenen Höhenniveaus der Gleise war eine bewegte Topographie zu gestalten.
Gekippte Ebenen schaffen Durchblicke von und zu den Gleisen.
Gekippte Ebenen schaffen Durchblicke von und zu den Gleisen.
Eine kantige Betonskulptur markiert den neuen Eingang; in ihren gegeneinander gekipppten Flächen öffnet sich der Zugang großzügig und deutlich erkennbar, Lücken zwischen den Ebenen geben den Blick auf die Gleise frei und sorgen für Tageslicht auf dem Treppenabgang. Ein überdachter Bereich vor der Treppe ist dabei so ebenso selbstverständlich integriert wie ein Fahrradabstellplatz. Um den Übergang zwischen dem Oben und Unten zu veranschaulichen, sind die Innenflächen des Sichtbetons grün lasiert – die Idee der Höhle als Schutzraum, aus dem hier ein Durchgangsraum wird, inszenieren und interpretieren die Architekten als ein Abtauchen in eine eigene Welt, in der die Bewegung durch die Öffnung, die Aufweitung zum Licht als Teil des Erlebens einbezogen wird.
Axonometrie der Unterführung
Axonometrie der Unterführung
Die Beleuchtung unterstreicht, einem Schwarm ähnlich angeordnet, die suggestive Wirkung, verstärkt noch von den beleuchteten Handläufen. Dabei haben die Treppensteigungen haben ein angenehmes Maß. Das innen ebenfalls grüne Sichtbeton-Aufzugshäuschen auf dem Bahnsteig stellt visuell die räumliche Verbindung her. Vielleicht lenken unten die Bodenbeläge mit Rillen- und Noppenplatten etwas zu sehr vom überzeugenden Gesamteindruck ab. Das ändert aber nichts am Fazit: Unorte sehen anders aus.
Christian Holl
Grundriss
Grundriss
Schnitt
Schnitt
Neuer Eingang Bahnhof Benrath
2010

Hildener Straße 41
Düsseldorf

Bauherrschaft
Stadt Düsseldorf

Architekt
Agirbas / Wienstroer
Architektur & Stadtplanung
Neuss

Projektleiter
Ercan Agirbas
Eckehard Wienstroer
 
Tragwerksplanung
Garstecki Ingenieure
Erkrath

Bauleitung
Stötzel Ingenieure
Düsseldorf

Bruttogeschossfläche
600 m²

Baukosten
2.500.000 Euro

Fotografie

thomasmayerarchive.de

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