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Arbeit im Grünen

Wieder frei: der Blick auf den umgenutzten Altbau über das Dach des Neubaus hinweg.
Wieder frei: der Blick auf den umgenutzten Altbau über das Dach des Neubaus hinweg.
Direkt am Bahnhof im saarländischen St. Ingbert ließ sich SAP schon vor Jahren in mehreren Häusern nieder, die in einem herrlichen Park eine Art Firmencampus bilden. Insgesamt arbeiten hier rund 600 Angestellte, die aufgrund ihrer Qualifikation durchaus Ansprüche an ihre (Computer-) Arbeitsplätze stellen. Um die interne Organisation und Kommunikation zu verbessern, ließ SAP nun einen Neubau errichten, der die Parklandschaft so wenig wie möglich stören und die zum Teil denkmalgeschützten Bestandsbauten berücksichtigen sollte; außerdem musste das öffentliche Wegesystem auf dem Campus erhalten und sogar verbessert werden. Das neue "Haus im Park" besteht aus einem Bürotrakt, einem Küchenbereich und einem Andienungsgebäude, die als Einheit in das Gelände geschmiegt sind.
 
Im Hintergrund ein SAP-Gebäude aus den 1990er Jahren, davor das Betriebsrestaurant mit Küchenzone und der Eingang zum Haus 5 auf Ebene -1.
Im Hintergrund ein SAP-Gebäude aus den 1990er Jahren, davor das Betriebsrestaurant mit Küchenzone und der Eingang zum Haus 5 auf Ebene -1.
In der leichten Hanglage beginnt das begrünte Dach des Bürobaus im Norden fast auf Geländeniveau, auf der tiefer gelegenen Südseite ragt der Baukörper dann zwei Geschosse hoch und orientiert sich damit an der Höhe einer alten Villa, die ebenfalls von SAP genutzt wird. Die Fassaden des Skelettbaus sind raumhoch verglast und vermitteln mit einem weiten Dachüberstand einen überzeugend leichten, pavillonartigen Gebäudecharakter. Dazu passt auch die Holzbekleidung der geschlossenen Wandflächen (südtiroler Lärche), die horizontal leicht reliefiert ist. Die Baukörper sind der Topographie geschickt angepasst und konturieren sehr angenehm proportionierte Freiräume.
In wenigen Wochen werden der Rasen grün und der Park  repariert sein.
In wenigen Wochen werden der Rasen grün und der Park  repariert sein.
Aufgrund der schönen Lage im Park organisiert SAP hier am Standort St. Ingbert lieber ein großes Sommerfest als im Winter eine traditionelle Weihnachtsfeier. Bald ist es wieder soweit: In Kürze werden der Rasen rund um den Neubau sowie die Dachlandschaft grün sein – und damit wird sich auch das Freiraumkonzept noch klarer erkennen lassen. Das gesamte SAP-Parkgelände ist von öffentlichen Wegen durchzogen, auf denen sich schöne Blickbezüge und Inszenierungen ergaben.
Großzügiges Großraumbüro mit Ausblick nach beiden Seiten.
Großzügiges Großraumbüro mit Ausblick nach beiden Seiten.
Im lichtdurchfluteten Innenraum arbeiten die SAPler vor allem an Bildschirmen. Über die Möblierung entschied der Bauherr, nur die tresenartigen Begrenzungen zu den Durchgängen sind Maßarbeit der Architekten. Von allen Plätzen aus kann der Blick nach draußen schweifen, im Obergeschoss sitzt man fast auf Baumkronenhöhe und ist vom weiten Dachüberstand vor der Sonne geschützt. Der Wechsel vom Einzel- zum Großraumbüro ist für viele Mitarbeiter natürlich ungewohnt – aber bei solcher Raumqualität kann man mit dem Großraumbüro durchaus Frieden schließen.
Auf Erdgeschossniveau kommt man unter dem öffentlichen Weg Richtung Osten zum Küchenbereich; dort ist einem Bau aus den 1990er Jahren noch ein kleiner Anbau vorgesetzt, in dem die neue Essensausgabe Platz fand. Der Übergang von Alt zu Neu ist hier schlüssig gelöst, wovon auch der eigentliche Speisesaal im älteren Bau deutlich profitiert.
Ursula Baus
Der Zugang zur Essenausgabe.
Der Zugang zur Essenausgabe.
Lageplan
Lageplan
Grundriss G1
Grundriss G1
Grundriss G2
Grundriss G2
Neubau im SAP
Campus St. Ingbert
2010

Neue Bahnhofstraße 33
66386 St. Ingbert

Auftraggeber
SAP Deutschland AG & Co. KG
St. Ingbert

Architektur
Professor Wolfgang Kergaßner
Ostfildern

Projektleitung
Mike Herud
Alexander zur Brügge

Projektsteuerung
Ingenieurbüro Stehrenberg
Montabaur

Bauleitung
Peter Gross GmbH & Co. KG
St. Ingbert

Künstlerische Oberleitung
Architekturbüro
Professor Wolfgang Kergaßner

Tragwerksplanung
Pfefferkorn Ingenieure
Beratende Bauingenieure VBI
Stuttgart

Haustechnik
Henne & Walter
Ingenieurbüro für technische Gebäudesysteme
Reutlingen

Elektroplanung
Raible + Partner
Planungsbüro für Elektro- und Kommunikationstechnik
Ditzingen

Fassadenplanung
Mosbacher + Roll
Friedrichshafen

Bauphysik
GN Bauphysik Ingenieurgesellschaft mbH
Stuttgart

Brandschutz
Dipl. Ing. Werner Lorenz
Ingenieurbüro für Brandschutz Lorenz
Holzminden

Küchentechnik
WEBER CONSULT
Hamburg

Geologie
Smoltczyk & Partner GmbH
Baugrundgutachten
Stuttgart

SiGeKo
KSG
Berlin

Bruttogeschossfläche
4190 m2

Baukosten
9,9 Mio. € KG 300 und 400
11,1 Mio. € inkl. Außenanl. u. Küche

Fotografie
Mike Herud
Ursula Baus




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Soeben wurde der Baulöwe Jürgen Schneider zum Theaterstar: Dadurch kommen sich Immobilienbranche und Baukultur durchaus noch nicht näher (http://www.theater-projekt-stuttgart22.de/SchneiderInhalt.html, Bild: Daniela Aldinger)
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