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Wellness ohne Tempel

Geschickt platziert und elegant proportioniert: die Giebelfassade.
Geschickt platziert und elegant proportioniert: die Giebelfassade.
Anfang der 1990er Jahre kauften die Architekten Johanne und Gernot Nalbach nahe Wismar, landeinwärts von der Ostsee, einen Dreiseithof mit Bauernhaus aus Backstein und dazugehöriger Fachwerkscheune. Das Ensemble am Neuklostersee verfügt über einen Bootssteg und liegt ausgesprochen ruhig – ideale Vorraussetzungen für ein Hotel, in dem der Gast Ruhe und Erholung findet. Stück um Stück erweiterten Nalbachs die persönlich geführte und familienfreundliche Hotelanlage mit Zimmern in einer Kunstscheune, einer Badescheune, außerdem mit drei kleinen Ferienhäusern und jüngstens mit einem separaten "Wohlfühlhäuschen".
Aufenthaltszone im Außenbereich.
Aufenthaltszone im Außenbereich.
Die dramatische Entwicklung im Hotelgewerbe, dass überall riesige Wellnessbereiche eingerichtet werden, die nicht im geringsten zum Bestand passen und mit Standarddetails pseudoglamourös eingerichtet werden, kennt man leider nur zu gut. Hier in Nakenstorf ist es anders: Die sukzessive Erweiterung des Gästeangebotes ist sorgsam auf die bestehende Architektur und die Landschaft abgestimmt, sie ist kleinteilig geblieben und wartet nicht mit Marmor- und Messing-Massen auf. Das Wohlfühlhäuschen, in dem man ruhen und sich auf vielfältige Weise verwöhnen lassen kann, ist als kleiner Giebelbaukörper mit gerade mal 75 qm hinter Birken versteckt, mit Lärchenholzlamellen bekleidet und innen schlicht, strahlend und hell gehalten.
Helligkeit und Höhe auf engem Raum.
Helligkeit und Höhe auf engem Raum.
Der Mittelgang – auf dem Boden liegt schöner Schiefer – überrascht in seiner Höhe, die 7 Meter bis unter den First reicht. In den Wohlfühlstuben ist das Tageslicht dezent gefiltert, bedruckte Glastrennwände vermitteln eine gewisse Großzügigkeit. Im Hakenstorfer Seehotel überzeugt eine Gastfreundschaft, die sich nicht am vermeintlichen Standard orientiert, sondern die Schönheiten des Ortes ausreizt – auch mit unverkennbar zeitgenössischer Architektur. Weil die Hoteliers Architekten sind, findet man auf ihrer Website natürlich auch Wissenswertes über die Baukunst in ihrer Umgebung.
Ursula Baus
Blick nach rechts zur "Badescheune".
Blick nach rechts zur "Badescheune".
"Wohlfühlhaus“ im Seehotel am Neuklostersee
2010

Seestraße 1
23992 Nakenstorf bei Neukloster

Bauherr
Seehotel J. und G. Nalbach GbR
Nakenstorf bei Neukloster

Architekt
Nalbach + Nalbach Architekten
Berlin

Projektleiterin
Johanne Nalbach

Tragwerksplanung
Strach & Riehn
Berlin

Maßgeblich beteiligte Firmen
Smylla Bau
Dorf Reppenhagen

Bruttogeschossfläche
80 m²

Baukosten
185.000 Euro

Fotografie
Gernot Nalbach

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