Drum herum Verkehr und städtisches Treiben: die Fassade zum Plattenbühl aus gefärbtem, werksteinmäßig bearbeitetem Sichtbeton
Böblingen gehört zu jenen Orten, die nach den Kriegszerstörungen auch noch Opfer der Verkehrspriorität und allgemeiner Zersiedlung geworden sind. Die Geschichte der Stadt reicht zwar ins Mittelalter zurück, heute aber präsentiert sich Böblingen als "Wirtschaftsstandort" mit "hervorragender Verkehrsanbindung", viel Verkehr gibt es deswegen auch in der Ortsmitte. An der Südseite des Kerns steht eine Kongresshalle zwischen zwei Seen, stark befahrene Straßen ziehen sich durch den Ort. Zwischen dem kräftig frequentierten Platz "Plattenbühl" und dem Seeufer wurde nun eine Baulücke mit einem Haus für Jung und Alt gefüllt, mit dem eine Verbindung von Ortsmitte und See gelungen ist – es war der 1. Preis im Wettbewerb 2008.
Blick auf den leicht ansteigenden Platz Plattenbühl
Es ist mal wieder ein "heterogenes Umfeld", in dem eine Stadt repariert sein will. Die stadträumliche Kontur nimmt der Baukörper des Mehrgenerationenhauses auf und betont sie mit scharfen Kanten und außenbündigen Fenstern. Zur Plattenbühlseite gibt sich das Haus städtisch, zum See hin – auf leicht abschüssigem Gelände – öffnet es sich mit einer Café-Terrasse, die etwas lärmgeschützt gleichsam hinter dem Haus liegt.
Sichtbeton mal nicht seidenzart – der Nutzung entsprechend robust.
Innen sind die Räume der für Jugendliche, Eltern, Kleinkinder und Senioren um eine durchgehende vertikale Zone verteilt, die Raumfolge greift ineinander, Öffnungen stellen immer wieder schöne Bezüge untereinander und auch nach außen her. Klar in der Form, gemütlich in der Temperatur bleiben die Räume dank einer Fußbodenheizung (Erdsonden-Wärempumpe) und einer Innenwärmedämmung aus 16 cm Mineralschaumplatten. Als wir schauten, wie das Haus genutzt wird, trafen sich hier reifere Damen gerade zum Kartenspiel.
Großzügigkeit im Innenraum mit vielen Fenstern entspricht der Prominenz des Ortes
So ist mitten in Böblingen ein Haus für alle entstanden, das in seiner öffentlichen Erscheinung auch jenen zugute kommt, die gar nicht hineingehen – so einfach kann Stadtreparatur harmloser, aber wirkungsvoller Art funktionieren.
Ursula Baus
Ursula Baus
Mehrgenerationenhaus Treff am See
2011
Poststraße 38
71032 Böblingen
Auftraggeber
Stadtverwaltung Böblingen
Amt für Gebäudewirtschaft, Umwelt, Verkehr
Architektur
zach + zünd architekten gmbh bsa sia
Zürich
Projektleitung
Iris Tausch
MitarbeiterInnen
Andreas Germann
Dominic Straller
Alexia Zydel
Bauleitung
Guggenberger+Ott Architekten GmbH
Leinfelden-Echterdingen
Landschaftsarchitektur
Schmid Landschaftsarchitekten
Zürich
Tragwerksplanung
Knippers Helbig Advanced Engineering
Stuttgart
Haustechnik HLSK, Bauphysik, Geothermie, Photovoltaik
EGS-Plan Ingenieurgesellschaft
Stuttgart
Bruttogeschossfläche
1.230 m²
Baukosten
ca. 4,3 Mio. € brutto
Fotografie
Wilfried Dechau (1, 2)
Heinrich Helfenstein, Zürich (3, 4, 5)
2011
Poststraße 38
71032 Böblingen
Auftraggeber
Stadtverwaltung Böblingen
Amt für Gebäudewirtschaft, Umwelt, Verkehr
Architektur
zach + zünd architekten gmbh bsa sia
Zürich
Projektleitung
Iris Tausch
MitarbeiterInnen
Andreas Germann
Dominic Straller
Alexia Zydel
Bauleitung
Guggenberger+Ott Architekten GmbH
Leinfelden-Echterdingen
Landschaftsarchitektur
Schmid Landschaftsarchitekten
Zürich
Tragwerksplanung
Knippers Helbig Advanced Engineering
Stuttgart
Haustechnik HLSK, Bauphysik, Geothermie, Photovoltaik
EGS-Plan Ingenieurgesellschaft
Stuttgart
Bruttogeschossfläche
1.230 m²
Baukosten
ca. 4,3 Mio. € brutto
Fotografie
Wilfried Dechau (1, 2)
Heinrich Helfenstein, Zürich (3, 4, 5)








