Elbphilharmonie

Nicht nur Musikliebhaber aus aller Welt stehen für erste Ein- und Ausblicke in die neuen Raum- und Klangwelten der Elbphilharmonie Schlange. Wer nicht das Glück hatte, eine der begehrten Konzertkarten zu ergattern, wird mit einem einzigartigen Rundumblick von der Aussichtsplattform im achten Stockwerk getröstet. Die sogenannte Plaza fungiert sowohl als architektonischer Übergang vom historischen Speichergebäude hin zum gläsernen Neubau, als auch als Treffpunkt für Schaulustige, Architekturbegeisterte und Konzertgästen. Von hier aus führen weitläufige Treppenaufgänge zu den Foyers des Großen und Kleinen Saals und bieten einen bühnengleichen Auftritt für die Besucher.

Das aufwendige Gestaltungskonzept der Elbphilharmonie findet sich auch in den öffentlichen Bereichen wieder. Große Teile des Treppenfoyers, den Lounges, Backstage-, Büro- und Sanitärbereichen wurden von der Lindner Group in enger Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer HOCHTIEF ausgebaut. Hierfür entwickelte Lindner detailverliebte und anspruchsvolle Lösungen, die im Vorfeld zum Teil in 3D-Formaten exakt ausgearbeitet wurden und verwendeten hochwertige und natürliche Materialien und Oberflächen, die den Qualitätsansprüchen der Architekten und Bauherren in Form und Funktion gerecht werden.

Auch die verwinkelten Treppenanlagen und steilen Aufgänge mit unterschiedlich gestalteten Wandelementen erforderten zahlreiche Sonderkonstruktionen. So verkleidete das Montageteam die Wände und Decken der Foyers und der Zugangsbereiche zu den Sälen teils mit Lindner FIREwood Verbundplatten mit Echtholzfurnierapplikationen, teils mit sandfarbenen Wandpanelen mit dreidimensionalen Ausfräsungen. Diese orientieren sich optisch an den Wandpaneelen im Großen Saal, wurden aber mit einer geringeren Wölbung bzw. Tiefe ausgearbeitet.

Um im Bereich der Treppenläufen mit einer Länge bis zu 30 Metern ein fugenloses Erscheinungsbild bei den Elementstößen zu erlangen, wurden die Elemente wie Puzzleteile ausgefräst und bereits werkseitig vormontiert. Für die starkfrequentierten Treppenbereiche wählte man für die seitlichen Wangen eine Holzfurnierauflage mit 6 mm Stärke. Durch den starken Publikumsverkehr spielte auch hier der Brandschutz eine bedeutende Rolle. Die Wandverkleidungen aus FIREwood Verbundplatten sind nach der Baustoffklassifizierung A2 „nicht brennbar“ geprüft und verfügen über erstklassiges Brandverhalten und schließen eine Brandweiterleitung aus. Auch die baurechtliche Anforderung „schwer entflammbar“ wird mit FIREwood erfüllt.

Um die raumakustische Wirkung der Wand- und Deckenverkleidungen zu verstärken, brachte man zusätzlich großflächig Baswa-Systeme als Akustikdecken ein, zum Teil mit integrierter Kühlung. Auch traditionelle Handwerkstechniken wie Stucco Encausto-Oberflächen fanden Einzug in die Elbphilharmonie.

Als besondere Herausforderung zeigte sich die gebogene und gewölbte Form der freitragenden Foyertreppe, die durch ein patentiertes Konstruktionssystem in 3D-Planung von Lindner entwickelt und punktgenau vor Ort eingebaut wurde.

Die Elbphilharmonie erweitert die Referenzliste der Lindner Group im Bereich von Konzertsälen, Theatern und öffentlichen Kulturbauten, wie der Philharmonie de Paris, dem Kulturpalast in Dresden oder der Danish Radio Hall in Kopenhagen um ein weiteres spannendes Projekt.
Hersteller
Lindner Group
Ort
Platz der Deutschen Einheit 1
Hamburg
Jahr der Fertigstellung
2016
Kompetenz Lindner Group
 Komplettausbau

Bauherr
Elbphilharmonie BAU KG  

Architekt
Herzog & de Meuron, Basel, Schweiz

Bauleitung
HOCHTIEF AG

Ausgeführte Leistungen
Brüstungen: 300 m²
Sitzbänke: 65 Lfm.
Wand- und Deckenverkleidungen 
(teils mit «nicht brennbaren» FIREwood Verbundplatten): 2.000 m²
Anstrich und Lasuren: 22.700 m²
Handläufe: 500 Lfm.
Geländer: 350 Lfm.
Parkettarbeiten: 8.500 m²
Stucco Encausto: 200 m²
Marmorino Veneziano: 7.250 m²
Stahlbauarbeiten: Konstruktiver Stahlbau
Betonwerkstein: 700 m²
Terrazzo: 300 m²
Hohl-/ Doppelbodensysteme: 2.000 m²
Gipskartondecken glatt: 5.200 m²
Baswa-Akustikdecken: 5.000 m²
Gipskartonwände/ -vorsatzschalen: 10.100 m²
Gipskarton-Brandwände: 800 m²
Gipskarton-Formteillösungen: 850 m²