Ellington Hotel Berlin

Das Haus mit der bekannten Fassade wurde 1928–32 von den Architekten Richard Bielenberg und Joseph Moser als Verwaltungsgebäude mit Gewerbeflächen errichtet. Berühmt wurde es durch seine Vergnügungsorte, von denen der Feminaballsaal dem Haus den Namen „Feminapalast“ zutrug. Das Geheimnis guter Hotelplanung besteht darin, einen Ort zu erfinden zwischen Sehnsucht nach Heimat und Neugier auf Fremdes. Dem Bedürfnis nach Geborgenheit nach erschöpfendem Ausflug steht jenes nach Inspiration, Neues zu wagen und Unbekanntes zu entdecken, gegenüber. Die Materialien des Baudenkmals, Travertin, keramische Dekorationen, Eichenholz und Messing, vermitteln durch ihre Hochwertigkeit ein Gefühl sicheren Getragenseins. Die Außenfassaden haben wir restauriert, im Innenraum die Substanz weitgehend erhalten und dort, wo wir keine detaillierte Gestaltung vorfanden, die räumlichen Ausprägungen und Aussagen neu formuliert. Den Qualitäten des Alten stellen wir im Innenraum die vibrierende, strahlende Leichtigkeit von weißen, immateriell wirkenden Oberflächen zur Seite. Die Wahrnehmung von Dimensionen löst sich auf, Licht und Helligkeit vermitteln ein Gefühl des Schwebens. Die Präsenz alles Individuellen wird auf diesem weißen „Hintergrund“ gesteigert und für gezielte Objektgestaltung wirkungsvoll eingesetzt. Von den vorgefundenen Materialien haben wir Messing und Eichenholz ausgewählt und für die neuen Gestaltungsschwerpunkte verwendet. Das frei geformte Empfangsmöbel mit der Messingoberfläche ist die Identifikationsfigur des Hotels. Der Frühstücksraum mit langen Gemeinschaftstischen ist ein lebendiger Kommunikationsraum, der klar und funktional von den Angeboten der einzelnen Buffets gerahmt und mit großem Deckenfeld räumlich gefasst wird. Die Flure des Hauses sind lang. Unsere plakative Gestaltung macht sie endlos. Die roten Läufer und die in den Belag eingelassenen Zimmernummern sind ebenso verblüffend einfach wie wirkungsvoll. Die Mehrzahl der Hotelzimmer ist klein. Unsere räumlich verschachtelte offene Gestaltung macht sie größer. Mit weiten indirekten Lichtfugen stellen wir den Ausbau in die hohen Altbauräume. Multifunktionale Möbel reizen zum Ausprobieren und bleiben den Gästen lange in Erinnerung.
Innenarchitekt
Reuter Schoger
Ort
Nürnberger Straße 50-55
Berlin
Jahr der Fertigstellung
2007
AUfgabe
Umbau des „Feminapalast“ Nürnberger Straße 50 – 55, 10789 Berlin zum Ellington Hotel Berlin
285 Zimmer, 6 Tagungsräume, Feminasaal mit 632 m², Restaurant

Bauherr
NOG Nürnberger Straße Objektgesellschaft mbH & Co KG

BGF
20.300m²

NGF Hotel
15.100 m²

NGF Gewerbe
1.600 m²

Baudenkmal 1928 – 32
Richard Bielenberg und Joseph Moser

MitarbeiterInnen
Steffen Becker, Inga Benkendorf, Katja Henschel, Hieronymus Kieromin, Andrea Ludwig, Sandra Rahm, Sandra Schröpfer, Franziska Sommerfeldt, Jürgen Weidner

Auszeichnungen
Deutscher Innenarchitekturpreis 2008 Anerkennung
nominiert zum German Design Award 2014