Loft Schillerstraße

In der Schillerstraße 94 ist ein Altberliner Gewerbehof der Art erhalten, wie sie um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden sind, in Backsteinbauweise mit hohen, schlank proportionierten Stahlfenstern. Ein bunter Mix kreativer Gewerbetreibender – vom prominenten Geigenbauer bis zu stadtbekannten, weltweit agierenden Architekten fand hier seinen Ort. In diesem inspirierenden Umfeld entstand das Grafik Design Studio für Pauline Schimmelpenninck auf einer Etage des Loftgebäudes im Hof. Preußische Kappendecken, eine Folge von Rundbogenfenstern aus Stahl und intensive Westsonne prägen den Raumeindruck. Der Umbau vermittelt vor allem Großzügigkeit, Offenheit und Kreativität. Mit dem Parkett aus gedämpfter, geölter Akazie bieten wir durchgängig einen warmen dunkelroten Grundton. Zwischen Boden und Kappendecke entfaltet an einem Ende des Lofts ein neuer, weißer Baukörper im farbigen, umgebenden Raum, der halb Küche halb Bad seine puristische, eigenwillige Gestik als Ausdruck beider Funktionen. Er interpretiert die lineare Feinheit der Arbeiten Pauline Schimmelpennincks, die sich durch moderne Klarheit und das subtile Spiel mit dem zweiten Blick unserer Wahrnehmung auszeichnen, mit seiner grafisch inspirierten Umrisslinie architektonisch. Wie dieser Körper auf der einen Seite in den Raum hineinragt, kragt auf der gegenüberliegenden Seite der Besprechungsraum aus. Um die Großzügigkeit des Lofts zu steigern, wählten wir für die Trennung vom großen, kommunikativen Open Space zwei raumhohe Glasflügeltüren in maximalen Abmessungen. Das Studio spannt einen Raum auf zwischen Einfachheit der Anordnungen, Prägnanz der Formen, innerer Komplexität und stimuliert durch die Klarheit der individuellen Ausbauelemente zu schöpferischer Konzentration.
Innenarchitekt
Reuter Schoger
Ort
Schillerstraße 94
Berlin
Jahr der Fertigstellung
2006