Auf das Wesentliche reduziert

Hobusch + Kuppardt Architekten haben im Leipziger Westen einen wohnlichen Dreigeschosser gebaut. Wolf-Heiko Kuppardt berichtet vom Projekt.
Eine freigestellte Treppe erschließt das dreigeschossige Volumen des Hauses
Katinka Corts: Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Wolf-Heiko Kuppardt: Aufgrund des engen Kostenrahmens war es notwendig, das Projekt von vornherein auf das Wesentliche zu reduzieren. Wir gliederten den Kubus im Inneren in zwei Zonen: Einen offenen Wohnbereich, der ein Raumkontinuum über alle drei Geschosse bildet, und einen Bereich, der über alle Etagen die Nebenräume und Schlafräume aufnimmt. Dadurch entstanden einerseits reizvolle Blick- und Lichtbeziehungen, andererseits blieben Rückzugsräume erhalten.


Die geschosshohen Verglasungen ermöglichen Ausblicke zur Nachbarschaft
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?

Auch wieder die Beschränkung: Die Konstruktion besteht aus schweren, gemauerten Außenwänden und leichten, hölzernen Decken und Wänden.


Die Oberflächen (Estrich, Ziegelwände, Holzdecken) sind weitgehend roh belassen
Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?

Das Stadthaus wurde in Lindenau, einem Stadtteil im Leipziger Westen, errichtet. Im unmittelbaren Umfeld existiert eine heterogene, meist zwei- bis viergeschossige Blockrandbebauung. Das dreigeschossige Wohnhaus reagiert mit seiner Kubatur auf die unmittelbare Nachbarschaft und ergänzt modern die straßenbegleitende, gründerzeitliche Bebauung. Die notwendigen Fassadenöffnungen wurden zu großen, raumhohen Fenstern zusammengefasst. Hierdurch entsteht ein spannender Wechsel aus offenen und geschlossenen Flächen. Die Fassade wird allein von den Proportionen der großen Fensteröffnungen akzentuiert. Fensterbleche und Putz sind monochrom aufeinander abgestimmt.



Einfache Objekte und Materialien auch im Bad 
Welche speziellen Produkte oder Materialien haben zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Die Materialität der eingesetzten Elemente wurde sichtbar gelassen. Holzdecken, Holzfenster, geschlämmte Ziegelwände, Betonbalken, Sicht-Estrich und roher Stahl bilden das Grundgerüst der Materialität. Gemeinsam mit den ausführenden Firmen wurde von Anfang an auf eine hohe Qualität der Arbeiten geachtet, damit die Oberflächen weitestgehend unbehandelt bleiben konnten.
Die Kubatur des Neubaus reagiert auf die heterogene Nachbarschaft
Grundrisse
Schnitte
Partner Bau der Woche
Apostel 8
2015

Apostelstraße 8
04179 Leipzig

Nutzung
Einfamilienhaus

Auftragsart
Direktauftrag

Bauherrschaft
Privat

Architektur
hobusch + kuppardt architekten, Leipzig
Wolf-Heiko Kuppardt, Anne Görg

Fachplaner
Statik: Bauplanung Erler
Haustechnikplanung: RPP-Büro für ökologische Haustechnik
Freiraum: Spiel.Raum.Planung

Ausführende Firmen
Rohbau: U.Philipp Bauunternehmen GmbH, Leipzig
Dachdecker/Zimmermann: Dachbau Lehmann und tbk GmbH, Taucha
Außenputz: Süptitzer Putzprojekte & Service GmbH, Süptitz
Wand und Deckenveredlung: woody Bau, Leipzig
Haustechnikinstallation: Fa. M. Zankl, Leipzig
Elektroinstallation: EP Axel Grundmann e.K, Leipzig
Treppe: Kupfer Metallbau GmbH, Trebsen
Fliesen: Gerd Kaden Meisterbetrieb, Machern
Sichtestrich: Otto-Estrich GmbH &Co.KG, Mehna
Tischlerarbeiten- Türen: Holzwerkstatt Kahnsdorf, Neukieritzsch
Tischlerarbeiten- Fenster: Manfred Orban & Söhne GmbH, Petersberg
Trockenbau: Jurga Baumontagen, Leipzig
Malerarbeiten: alpha paint, Leipzig

Hersteller
Mauerwerk: Eder
Fliesen: Villeroy&Boch
Sanitär: Keramac

Energiestandard
ENEV

Bruttogeschossfläche
203,00 m²

Gebäudevolumen
682 m³

Kubikmeterpreis
275 EUR/m³

Gebäudekosten
187.000,00 €

Gesamtkosten
301.000,00 €

Auszeichnung 
Anerkennung BDA-Preis Sachsen 2016

Fotos
Frank-Heinrich Müller

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