Philipp F. Reemtsma Stiftung Pflegeheim

Das architektonische Konzept des Bestandsgebäudes im Storchenheimweg berücksichtig durch seine gestaffelte Gebäudeform die Bedürfnisse der Bewohner. Jedem Bewohnergeschoss ist eine Terrassenfläche zugeordnet die den Aufenthalt und das Verweile n im Außenbereich erlaubt, ohne dass die Bewohner das Gebäude oder Ihr Geschoß verlassen müssen. Diese gestaffelte Architektur erlaubt zusätzlich, dass die darunter liegenden Wohngruppenflure eine natürliche Beleuchtung durch Oberlichter erhalten. Die Oberlichter sorgen in dem Flur für einen Tageslichtbezug, als auch für eine Grundbeleuchtung. Um mehr Bewohnern die Möglichkeit von Einzelzimmern anbieten zu können wurde das Pflegeheim erweitert. Hier kam nur eine Aufstockung vom 4.OG in Frage. Durch das neue 5.OG, welches leider nicht in der gestaffelten Form versetzt gebaut werden konnte, verlor der Wohngruppenflur im 4.OG seine Oberlichter, d.h. seinen Tageslichtbezug. Im 5.OG selbst wurden wieder Oberlichter installiert, die jedoch nicht der Größe der in den anderen Gruppen vorhandenen Oberlichter entspricht. Um den Bewohnern des 4. OG eine tageslichtähnliche Oberlichtsituation zu geben, wurde im 4. und im 5.OG eine Tageslichtsimulation eingebaut. Im 4.OG ersetzt diese Tageslichtsimulation das nicht mehr vorhandene Tageslicht, wobei im 5.OG der durch die kleineren Oberlichter einfallende Tageslichtanteil künstlich ergänzt wird. Im 5.OG dient die Tagelichtsimulation dazu die natürliche Beleuchtung durch die Oberlichter zu unterstützen um ähnlich hohe Beleuchtungsstärken zu erreichen, wie in den unteren Fluren. Hierfür wurden Sonderleuchten in Form von Lichtdecken mit 2 unterschiedlichen Lichtfarben entwickelt. Die Leuchten enthalten Leuchtstoff- lampen in 6500Kelvin und 2700 Kelvin. Die beiden Lichtfarben werden über den Tagesverlauf gegeneinander abgedimmt, so dass eine dynamische Lichtsituation, passend zum Verlauf des Tageslichtes entsteht. Im Abend- (nach 21Uhr) und Nachtbetrieb (21Uhr - 6Uhr) werden die Tageslichtsimulationselemente automatisiert abgeschaltet. Die Beleuchtungsszenerie ändert sich auf eine niedrigeres Beleuchtungsniveau. Zusätzliche Wandleuchten geben ein warmes Licht im Bereich der Sichtebene und dienen als Grundbeleuchtung im Abendbetrieb ab 21 Uhr. Die warme Lichtfarbe stellt einen bewussten Gegensatz zu den höheren Farbtemperaturen am Tag dar und soll den Bewohnern signalisieren, dass der Abend gekommen ist und die Aktivitäten zurückgefahren werden. Im Nachtbetrieb werden die Wandleuchten ebenfalls abgeschaltet, so dass nur die vorhandenen LED Downlights die Flure beleuchten. Die nochmal verringerte Beleuchtungsstärke und der strukturiert beleuchtete Holzboden ergeben einen warmen und atmosphärischen Raumeindruck, der den Bewohnern sofort signalisiert, dass Nacht, d.h. Ruhephase ist. Bauherr Philip F. Reemtsma Stiftung Architekt ZM Architekten Meinen & Partner Oldenburg Elektroplanung ETP-Planung Fotos Martin Kunze
Ort
Storchenheimweg 15
Hamburg
Jahr der Fertigstellung
2013