Gastroenterologische Praxis „Jelly Fish“

Inspirationsquelle für den Entwurf der Gastroenterologischen Praxis war ein Song des Surfidols, Songwriters und Sängers Jack Johnson: „bubble toes“. Die innenarchitektonische Gestaltung erzeugt eine fließende, harmonische und gedämpfte Stimmung – wie eine Art Unterwasserkosmos. Bunte Fische, glitzernde Reflexe und ein nicht begrenzendes Raumkontinuum sind die Imaginationen, die diesem Entwurf zugrunde liegen. Die Patienten können sich fühlen, als wären sie durch einen Spiegel gegangen, hätten ihre Welt hinter sich gelassen und wären in eine Neue getaucht. Fremd und doch seltsam vertraut. Die Heilkraft der Architektur ist davon abhängig, in wie weit sie das Bedürfnis nach Aufgehobensein in einem großen Ganzen wecken kann. Um die Vorstellung einer Traumwelt zu generieren, ist hellblaues Epoxidharz für den Boden genutzt worden, um Fugenbilder und Richtungen zu vermeiden. In diversen Blautönen matt gestrichene Wände verstärken die Unterwasserimagination. Für den einheitlichen Gesamteindruck sorgen neben wassertürkisen Fliesen die übergroßen Fischwandbilder und die individuell gefertigte Möblierung aus blau beschichtetem MDF. Den durchgängig blau-weißen Farbkanon ergänzen die Sitz- und Warteelemente. Welcher angenehme Traum aber nun genau in den Köpfen der Praxispatienten abläuft, wenn sie sich durch die Praxis „treiben“ lassen, das darf das Geheimnis jedes einzelnen bleiben – Hauptsache der unangenehme Gedanke an die bevorstehende Untersuchung wird gemildert. Und somit hat die Architektur die wichtige Aufgabe, Geborgenheit – und sei es mit einem Augenzwinkern – zu vermitteln, erfüllt.
Ort
Remscheid
Jahr der Fertigstellung
2006