Landmark im Wattenmeer

Holzer Kobler Architekturen haben kürzlich das Wattenmeer-Besucherzentrum in Cuxhaven fertiggestellt. Die dreigeschossige Holzkonstruktion soll zum neuen Orientierungspunkt an der geschützten Küste werden.
Ausstellung im ersten Obergeschoss
Katinka Corts: Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Philip Norman Peterson: Ziel der architektonischen Konzeption war es, ein einfaches, gleichzeitig aber auch repräsentatives Gebäude zu schaffen, das Bezüge zur Küste und zum «Hauptexponat», dem Wattenmeer, aufzeigt. Es sollte ein Landmark für die gesamte Region geschaffen werden, bereits von weither sichtbar,  als einzigartiger Orientierungspunkt für die Wattenmeerbesucher.

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Die Holzkonstruktion des Gebäudes schafft Bezüge zu den traditionell vorherrschenden Bauwerken entlang der Nordseeküste, zum Beispiel den Pfahlbauten in St. Peter Ording.
Großzügige Fassadenöffnungen erlauben Blicke zum Wattenmeer 
Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?
Die Materialisierung der Fassade aus Lärchenholz und die großzügigen Öffnungen unterstreichen die harmonische Verbindung zwischen Natur und gebauter Struktur. Die Landschaftsgestaltung folgt dem Grundprinzip, die einzigartige Landschaft des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer weitestgehend unberührt zu lassen. Die kompakte Gestaltung und die Böschung um den Gebäudekörper verschafft dem Naturraum eine maximale Ausbreitungsmöglichkeit bei geringer Bodenversiegelung.
Eingangsbereich
Wie hat sich das Projekt vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk verändert?
Die Stadt Cuxhaven und das Wattenmeer-Besucherzentrum haben einen umfassenden Leistungskatalog inklusive Zielbestimmung erstellt. Durch die intensive Begleitung von Vertretern der Stadt Cuxhaven und des Besucherzentrums am Bau wurde das Projekt in sämtlichen Baubesprechungen und Workshops gemeinsam gesteuert und weiterentwickelt. Trotz des eng gesteckten Budgetrahmens hat sich das Projekt im Laufe des gesamten Prozesses nur in der Präzisierung des Tragwerks und einigen Oberflächenmaterialien angepasst.

Beeinflussten aktuelle konstruktive oder energetische Tendenzen das Projekt?
Die Verwendung von Holz ist im Projekt allgegenwärtig. Das primäre Tragwerk ist ein Holztragsystem aus Stützen und Unterzügen. Die tragende Schicht der Decken ist aus Brettstapel-Elementen gefertigt, die Außenwände bestehen aus nichttragenden, gedämmten Sandwich-Elementen. Die gesamte Dachfläche ist mit Photovoltaik für den hausinternen Verbrauch bestückt.
Blick in die Ausstellung
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss 1. Obergeschoss
Schnitt
Partner Bau der Woche
UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum Cuxhaven
2015

Nordheimstraße 200
27476 Cuxhaven-Sahlenburg

Auftragsart
Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb

Bauherrschaft
privat

Architektur
  Holzer Kobler Architekturen, Zürich/Berlin
Team: Barbara Holzer, Tristan Kobler, Philip Norman Peterson, Simone Haar, Jörg Emes, Samantha Bruegger, Julia Kull

Fachplaner
Generalplanung/Gesamtprojektleitung: Projekt Holzbau Merkle GmbH
Bauleitung: Projekt Holzbau Merkle GmbH
Tragwerksplanung: Tragwerkeplus Ingenieurgesellschaft mbH
Haustechnik:  Inros Lackner
Brandschutzplanung: Dehne Kruse Brandschutzingenieure GmbH & Co.KG
Schallschutz, Akustik: Bauphysik 5
Wärmeschutz: Bauphysik 5
Ausstellung Medienplanung: The GreenEyl GmbH

Ausführende Firmen
Gebäudekonstruktion, Fassade: Projekt Holzbau Merkle GmbH
Rohbau: C+S Beton und Transport GmbH
Verglasung: Hera Fenster & Türen aus Holz GmbH
Aquarumstechnik: Vewatech
Ausstellungsbauten: Fa. Weisse & Co.KG
Grafiklayout: Rimini Berlin
Objekteinrichtung: Atelier Raumreich
Medientechnik: VAV Medientechnik Nord Gmbh

Bruttogeschossfläche
1.260 m²

Gebäudevolumen
4.425 m³

Gesamtkosten
2.133.450 € netto

Fotos
  Jan Bitter

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