Passivhaus Linienstraße

Leichte Linie – Zwischen Volksbühne und Torstraße, in der Berliner Linienstraße 23, befindet sich ein zeitgenössisch gestaltetes Passivhaus. Aus seiner steingrauen Fassade springen einzelne Fenster und ein großer Balkon frei hervor. So werden die Formen und Farben der Umgebung locker variiert. Getragen wird der Balkon vom Schöck Isokorb, der als Wärmedämmelement die leichte Linienführung gemäß Passivhausstandard erst ermöglicht.

Unter einem Dach vereint das Haus in der Linienstraße 23 eine Kunstgalerie im Parterre und luftige Maisonette-Wohnungen in den Etagen darüber. Damit spiegelt sich hier die gemischte gewerbliche und wohnwirtschaftliche Nutzung, wie sie schon im 18. und 19. Jahrhundert in den heute denkmalgeschützten Bauwerken der Spandauer Vorstadt vorgesehen wurde. Dieses Haus bekennt sich zu seiner geschichtsträchtigen Umgebung und ist zugleich architektonisch zukunftsweisend. Baulinie und Gebäudehöhe sind an die Umgebung angepasst. Die gesamte Hülle ist in einem Farbton gehalten: Putz, Türen und Fenster, Rollos, sogar Hausnummer, Klingeltableau und Gartentreppe – alle Fassadenelemente sind steingrau. Dies unterstreicht das Prinzip des Passivhauses: die dicht geschlossene Gebäudehülle. Aufgelockert wird die Fassade durch große Fensteröffnungen, die sich aus der Gebäudeflucht herausdrehen, sowie einen großen Balkon zum Garten hin. 

Balkon und Tiefgarage thermisch entkoppelt – „Die frei auskragende, filigrane Bauweise des 7,22 x 1,50 Meter großen Balkons konnten wir nur mithilfe eines Bauteils realisieren, das einerseits ausreichende Tragfähigkeit besitzt und andererseits unerwünschte Wärmebrücken verhindert“, erklärt Dipl.-Ing. Johannes Gotaut von BCO Architekten in Berlin. „Um die strengen Passivhaus-Vorgaben einzuhalten, haben wir zudem die Wand- und Deckenanschlüsse für den unbeheizten Zugang zur Tiefgarage mit dem Schöck Isokorb QXT thermisch getrennt.“ Beim Balkon wurde der Schöck Isokorb KXT 40 eingesetzt. So konnte ein linearer Wärmebrückenverlustkoeffizient Ψ von lediglich 0,175 W/(mK) erreicht werden. Beim Anschluss der Tiefgarage wurde ein Isokorb-Typ QXT 30 gewählt, womit sogar ein Ψ-Wert von nur 0,087 W /(mK) realisiert wurde. Beide Bauteile sind vom Passivhaus Institut in Darmstadt geprüft und zertifiziert. Aufgrund der sehr guten Dämmeigenschaften der Produkte wurde der Typ KXT in der Kategorie „Wärmebrückenarme Konstruktion“ und der Typ QXT als „Wärmebrückenfreier Anschluss“ eingestuft.

Hohe Gestaltungsfreiheit beim energieeffizienten Bauen – „Der Schöck Isokorb bietet eine sehr hohe Wärme- und  Körperschalldämmung. Der Dämmkörper ist 120 mm dick und besteht aus Neopor. Nun haben wir durch neue Materialien im Druckelement und durch die Optimierung der Bewehrung die Wärmedämmeigenschaft nochmals deutlich optimiert“, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Martin Lamprecht, Leiter Strategische Projekte bei Schöck Bauteile in Baden-Baden. Schöck bietet den Isokorb in zahlreichen passivhauszertifzierten Varianten für unterschiedliche Baumaterialien wie Stahl, Stahlbeton oder Holz an. Damit lassen sich Balkone auf zwei Stützen, Loggien und Anbauten wie auch frei auskragende Balkone im Neubau und bei der Gebäudesanierung realisieren. Gemäß EU-Richtlinie vom 8. Juli 2010 müssen alle neuen Gebäude in der EU ab 2021 als Niedrigstenergie- oder Passivhaus gebaut werden. Für öffentliche Bauherren gilt dies bereits ab 2019.
Ort
Linienstraße 23
Berlin
Kompetenzen Schöck
 Schalldämmungssysteme

Eingesetzte Produkte
Passivhaus Linienstraße | Isokorb-Typen KXT, QXT

Bauherr
Architekten: BCO Architekten, Berlin