Pfaffengrunder Plateau Bahnstadt

Auf ganz neuen Gleisen – Auf dem ehemaligen Gelände des Heidelberger Güterbahnhofs, unmittelbar hinter dem Hauptbahnhof gelegen, entsteht mit der »Bahnstadt« bis 2022 die flächendeckend weltweit größte Passivhaussiedlung. Die über dem üblichen Mittel liegenden Herstellkosten sind einerseits auf die hohe Material- und Baustoffqualität zurückzuführen, andererseits auf die durchdachte Passivhausbauweise mit Dreifachverglasung, kontrollierter Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und einer sehr gut gedämmten Gebäudehülle. Die Bewohner profitieren im Gegenzug von hohem Komfort, wohngesundem Ambiente und äußerst geringen Heizkosten, was im Lauf der Jahre eine baldige Amortisation der investierten Mehrkosten bewirkt. Ganz im Sinne des Passivhauskonzeptes beheizen sich die Gebäude maßgeblich über die internen Wärmegewinne von selbst, den schmalen Rest liefert die Fernwärme.

Auf drei bis sechs Geschosse sowie teilweise ein Staffelgeschoss verteilen sich 77 Miet- und 39 Eigentumswohnungen, die alle über einen großzügigen Balkon oder eine (Dach-)Terrasse verfügen. Die Räume der Zwei- bis Fünf-Zimmerwohnungen sind dank raumhoher Fenster lichtdurchflutet, und der offene Wohn-Essbereich mit vorgelagertem Balkon lässt die 56 bis 127 m2 großen Wohnungen größer erscheinen als sie tatsächlich sind. Um dem hohen Anspruch an den Wärmeschutz der Hülle zu genügen sind die Fassaden mit einem WDV-System versehen, das an den Fensterlaibungen abgeschrägt ist. Dieser konstruktiv-gestalterische Kniff reduziert die Verschattung und optimiert im Gegenzug die solaren Gewinne.

Ebenso klug durchdacht ist der Anschluss der gestützten und teilweise frei auskragenden Balkone mit dem passivhauszertifizierten Schöck IsokorbXT. Als tragendes Wärmedämmelement leitet es einerseits die einachsial auftretenden Biegemomente und Querkräfte der Balkonplatten in die Stahlbetondecke ein und löst anderseits die klassische Wärmebrückenproblematik an diesem Anschlussdetail auf wirtschaftliche und effiziente Art und Weise. Insgesamt 432 dieser intelligenten Bauelemente sind in der Rohbaukonstruktion versteckt und verhindern zuverlässig den Wärmeabfluss über die linienförmige Wärmebrücke unterhalb der Balkontür bzw. dem Wandsockel. Je nachdem, ob die bis zu zwei Meter tiefen Balkone frei auskragen oder auf Stahlbetonstützen aufgelagert sind, wurden unterschiedliche Varianten des Isokorb XT verbaut: Die Variante QPXT für gestützte Balkone mit punktuellen Lastspitzen und die Variante KXT für die frei auskragenden Balkone. Der Einbau des Baulements erfolgt ohne Zeitverlust im Zuge der Bewehrungsverlegung und Deckenbetonage.

Ebenso relevant wie der Wärmeschutz ist insbesondere im Geschosswohnungsbau der schallbrückenfreie Einbau der Treppen – bei der Wohnanlage Pfaffengrunder Plateau sorgen mehr als 200 Schöck Tronsolenvom Typ AZ für einen zuverlässig getrennten Trittschall zwischen Ortbeton-Podest und Treppenhauswand.

Weiterhin übertragen fast 350 Schöck Dorne vom Typ SLD die auftretenden Querkräfte in Dehnfugen, ohne dass dazu die üblichen Unterzüge oder Konsolen nötig wären. Ein Gewinn für die statische Sicherheit und die Gestaltungsfreiheit gleichermaßen.
Ort
Rehovotstraße
Heidelberg
Kompetenzen Schöck
Wärmedämmungssysteme
Schalldämmungssysteme

Eingesetzte Produkte
Isokorb XT, Isokorb KS, Bole, Novomur und Tronsole

Bauherr
ARGON RG RESIDENTIAL, Klingenmünster

Architekten
Gramlich Architekten BDA, Stuttgart

Generalbauunternehmen
Dreßler Bau GmbH, Rastatt

Tragwerksplanung
Kronach + Müller GmbH & Co. KG, Viernheim

Bauphysik
Solares Bauen GmbH Ingenieurbüro, Freiburg