Ein Haus für die Fahrzeugtechnik

Knerer und Lang haben kürzlich das Technikum für Fahrzeugtechnik der HTW Dresden fertiggestellt. Eva Maria Lang wählt drei Zeichnungen und fünf Fotos und beantwortet unsere vier Fragen.
Im Erdgeschoss des Technikums befinden sich KfZ-Werkstätten, Vorbereitungs- und Theorieräume, Labore, Motorenprüfstände mit Vorbereitungs- und Bedienräumen und Hörsaal. Im Obergeschoss sind Seminar- und Büroräume untergebracht.
Katinka Corts: Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Eva Maria Lang: In dem Neubau des Technikums an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden werden der Studiengang Fahrzeugtechnik und das Forschungsinstitut Fahrzeugtechnik (FIF) an einem Ort zusammengefasst. Mit dem Neubau wird ein wichtiger Baustein auf dem Campus der HTW geschaffen. Da gerade im Fachbereich Fahrzeugtechnik die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gefördert werden soll, muss das Technikum über die selbstverständlich notwendige reine Funktionalität auch eine repräsentative Funktion übernehmen.

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Das Technikum soll Offenheit und Innovation ausstrahlen und der Fakultät für Fahrzeugtechnik ein unverwechselbares Image geben. Daher wurde Gebäudehülle eine prägnante Form und Ausprägung gegeben, die bewusst Assoziationen zu Fahrzeug- und Maschinenteilen hervorruft. Als Fassadenmaterial wählten wir eine leicht polierte Aluminiumverkleidung. Die Verglasung der Tore im Erdgeschoss und die Verglasung im Obergeschoss sollten sich der Tönung und Erscheinung der geschlossenen Bauteile annähern und sind daher leicht getönt und verspiegelt.
Erdgeschossfoyer mit Ausstellungsbereich, hellblau-orange in Anlehnung an die Lackierung der Rennwagen – Le Mans Team GULF in den 1960er und 1970er Jahren ...
Obergeschossfoyer
Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?
Das Technikum wird von der Schnorrstraße abgerückt, wodurch eine Präsentationsfläche entsteht, die für Veranstaltungen oder für Projektpräsentationen genutzt werden kann. Mit seiner prägnanten Form kann sich das Gebäude in dem stark heterogenen Umfeld behaupten.

Wie hat sich das Projekt vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk verändert?
Das Konzept aus dem Vorentwurf im VOF-Verfahren konnte weiterentwickelt werden. Die Kubatur des Gebäudes erlaubte es, einen deutlich höheren Anteil an notwendigen technischen Einrichtungen auf dem Dach unterzubringen, als im Vorentwurf bekannt war. Der Entwurfsgedanke wurde durch das Farbkonzept weiter gestärkt. Die dezente hellblaue Farbgebung der Tore findet sich im Inneren des Gebäudes in allen Gängen und Foyers wieder. Die Räume mit den Prüfständen werden farblich durch ein kräftiges Orange hervorgehoben, wodurch ihre Bedeutung für das Technikum unterstrichen wird.
Hörsaal
Prüf- und Messtechnik PKW- und LKW-Werkstatt
Erdgeschoss
Schnitt
Lageplan
Technikum für Fahrzeugtechnik HTW Dresden
2014

Uhlandstraße 25
01069 Dresden

Nutzung
KFZ-Werkstätten, Hörsaal, Seminarräume, Labore

Auftragsart
VOF Verfahren

Bauherrschaft
Sächsisches Immobilen- und Baumanagement
Niederlassung Dresden II, Dresden

Architektur
KNERER UND LANG Architekten GmbH
Dresden
Eva- Maria Lang, Prof. Thomas Knerer
Projektleitung: Gunnar Sellien
Mitarbeiter: Burkhard Schöbl, Christoph Thomas, Alexander Rudolph

Fachplaner
HLS, Nutzungsspezifische Anlagen, GA: Ingenieurbüro Degenhardt, Dresden
Elektro, Informtech. Anlagen: Ingenieurbüro Siegert, Dresden
Tragwerksplanung: Krebs und Kiefer, Dresden
Fördertechnik: Hundt & Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Leipzig
Freianlagen: r+b Landschaftsarchitektur, Dresden
Bauphysik und Bauakustik: Bauphysik @ integrierte Planung, Dresden

Ausführende Firmen
Rohbauarbeiten: Ed. Züblin AG, Dresden
Fassadenarbeiten: Radeburger Fensterbau GmbH, Radeburg

Hersteller
Fenster, Türen, Tore: Forster Profilsysteme AG
Verschattungssysteme: clauss markisen Projekt GmbH

Gebäudevolumen
32.576 m³

Bruttogeschossfläche
5.702 m²

Gesamtkosten
14.900.000 €

Fotos
Jens Weber

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