Kö-Bogen

Lindner Group ummantelt Kö-Bogen, Düsseldorf
Im Zentrum von Düsseldorf, zwischen Königsallee, Hofgartenstraße und Schadowplatz, entstand der vom amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind entworfene Kö-Bogen mit einer Bruttogrundfläche von 36.000 m². Die hochwertige Einzelhandels- und Büroimmobilie, bestehend aus zwei 26 Meter hohen Gebäudekörpern und einer Verbindungsbrücke, wurde 2014 mit dem MIPIM Award als weltbestes Gebäude in der Kategorie Stadterneuerung ausgezeichnet. Die Lindner Group realisierte Planung, Produktion und Montage des speziell konzipierten Fassadensystems, bestehend aus ca. 15.000 m² Elementfassade in Sonderkonstruktion.

Fassade - Sonderkonstruktion der Lindner Group
Die Fassade folgt in ihren Formen der außergewöhnlichen Gebäudegeometrie. Daraus ergibt sich ein Zusammenspiel aus strengen geraden und fließenden Linien. Hinter der Wechselwirkung des fast weißen, römischen Travertins und der großzügigen Glasflächen versteckt sich gekonnt der modulare Aufbau. Durch die vielfältige Anordnung der unterschiedlich großen, flächenbündigen Elemente entstehen komplexe Muster. Diese sind optisch mit einzelnen, umliegenden Baukörpern verbunden: Die sanften Formen der Horizontalfassade erinnern an die Referenzen des unweit gelegenen Schauspielhauses.

Horizontalfassade – gebogene Ausführung
Durch die wellenförmige Bewegung der beiden Baukörper, die wie zwei Puzzleteile ineinander passen, ergibt sich eine Vielzahl von Winkeln in der Pfosten-Riegel-Verbindung. Um innen und außen gleiche Ansichtsbreiten zu erhalten, wurde für die Profilverbindung ein spezieller Drehpunkt gewählt. Ferner wurden in Bereichen mit Gebäuderadien unter 10 m die Elemente mit gebogenem Glas und innenseitig angeordneten, polygonalen Riegeln ausgeführt.

Cuts – begrünte Fassadeneinschnitte
Sogenannte „Cuts“ - circa 2 m tiefe und bis zu 5 m breite, in der Ebene versetzte Fassadeneinschnitte mit natürlicher, nachhaltiger Begrünung - wurden gemeinsam mit dem Düsseldorfer Landschaftsarchitekt Sebastian Fürst entwickelt. „Die Einschnitte lassen den Hofgarten in das Gebäude dringen und erlauben, Natur in neuer und unerwarteter Weise wahrzunehmen", beschreibt Libeskind. Die äußere Fassade ist die vertikal ausgerichtete, einschalige bzw. zweischalige Elementfassade. Im 2 m tiefen Übergangsbereich wurde eine 3 mm Kaltblechfassade verbaut, die bis zur inneren Pfosten-Riegel-Fassade mit Deckleisten geführt wird.

Übergang Ganzglasfassade - Horizontalfassade
Im Vertikalschnitt geht die Ganzglasfassade mit starren Sonnenschutzlamellen zur Horizontalfassade über. Die einschalige Elementfassade zeichnet sich durch ein Raster von B x H = 2,70 m x 5,60 m, einem schräg verlaufenden 500 mm Versprung und einem vertikalem Knick in der Elementmitte aus, die zweischalige Elementfassade durch ein Raster von B x H = 1,35 m x 4,00 m.
Hersteller
Lindner Group
Ort
Düsseldorf
Jahr der Fertigstellung
2013
Kompetenzen Lindner Group
Fassadensysteme

Beteiligte
developer Projektentwicklung GmbH
Studio Daniel Libeskind (New York, Zürich, Milan)
Fassadenplaner: InFacon GmbH