Ein Öko-Haus für eine grüne Stadt



Vom Niedrigenergiehaus über das Passivhaus zum Plusenergiehaus – in Deutschland sind energieeffiziente Gebäude mittlerweile in aller Munde und werden auch tatsächlich immer häufiger realisiert. In anderen Teilen der Erde scheint diese sparsame und auch auf Komfort für die Bewohner bedachte Bauweise dagegen noch nicht in diesem Maße angekommen zu sein. Denn beim Architekturwettbewerb "Young Leaders for Future Cities", zu dem das Goethe-Institut Kanada und die Deutsche Botschaft eingeladen hatten, standen die Mehrfamilienhäuser, wie sie seit einigen Jahren in Berlin errichtet werden, Pate. Im Unterschied zum Solar Decathlon hatten die Studenten der Carleton-Universität, der McGill-Universität und der Universität von Toronto allerdings nicht „nur“ die Aufgabe, "ein nachhaltiges Gebäude [zu entwerfen], ausgestattet mit innovativen Technologien und gleichzeitig ästhetisch überzeugend", sondern sich auch darüber Gedanken zu machen, wie sich solch ein Wohnhaus in ein Stadtviertel einfügt. Gefunden werden sollten "intelligente, ressourcenschonende Lösungen in den Bereichen Energie, Wasser, Recycling und Baumaterialien", damit der "ökologische Fußabdruck" möglichst klein ausfällt.
Die neun Studententeams, die in die Endrunde gekommen waren, durften sich zuerst über die Einladung zu einem eintägigen Workshop mit deutschen Experten freuen, bevor sie weitere zwei Wochen Zeit bekamen, um ihre Entwürfe zu überarbeiten.
Am Ende kürte die Jury Ayesha Moghal, Richard Lam und Ryan McClanaghan von der Universität von Toronto zu den Siegern, die im Februar kommenden Jahres für eine Woche in Berlin und Hamburg Passivhäuser und klimafreundliche Stadtviertel besichtigen dürfen. Ausgangspunkt ihres Entwurfs sind die Wohnungen in "typischen" Bestandsgebäuden Torontos, die aufgrund der enormen Gebäudetiefe von bis zu 35 Metern nur schlecht belichtet und belüftet sind. Durch einen Fußgängerweg in zwei Komplexe geteilt, entstehen überschaubare Grundflächen, auf denen nun verschiedene Wohnungsgrößen und -typen übereinander gestapelt werden können. 3-Scheiben-Isolierverglasungen, Grau- und Regenwassermanagement, Photovoltaikmodule, Gründächer... sorgen dafür, dass nicht nur der Städtebau, sondern auch das Gebäude den Anforderungen in Sachen Nachhaltigkeit gerecht wird. Was die drei Studenten zu alledem sagen werden, wenn sie es erst einmal in Natur erlebt haben, wäre interessant zu wissen. Hoffentlich möglichst Positives, denn dann hätten die Auslober mit diesem Ideenwettbewerb viel erreicht. sh
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