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Mitmachen, einreichen, unterschreiben

Christian Holl | 12.09.2012 | Personen, Preise, Pointen
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Neue Nachbarschaft (Bild: Montag Stiftung Urbane Räume)
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Beginnt am 5. Oktober: das Urbanize-Festival in Wien. (Bild: SKuOR / TU Wien)

Die Bauwelt ruft junge Architekten zum 8. Mal dazu auf, ihr erstes Haus einzureichen – naja, ob sie jung sein müssen, steht in der Ausschreibung nicht, aber wir hoffen, dass die meisten Architekten noch jung sind, wenn sie ihr erstes Haus gebaut haben, sagen wir unter 45. Im Wortlaut: "Eingereicht werden darf das erste Werk, das in eigener Verantwortung realisiert und das nach dem 15. Oktober 2009 fertiggestellt worden ist." Einsendeschluss ist der 22. Oktober, es gibt sechs Preise zu je 5.000 Euro, davon einer für ein nicht oder noch nicht fertiggestelltes Werk. Zudem gibt es eine Veröffentlichung der ausgezeichneten und fast genauso guten Arbeiten; sie alle werden außerdem auf der Bau 2013 in München gezeigt.

Die Montag Stiftung Urbane Räume hat einen neuen Preis ausgelobt, der den Schwerpunkt darauf legt, das konkrete Lebensumfeld zu gestalten. Es geht dabei um die Frage, wie Austausch, wie ökonomische Praxis, wie Sinn stiftende Gemeinsamkeit gestaltet und aktiviert werden können in den Zeiten, in denen wohlfahrtsstaatliche Fürsorge auf dem Rückzug ist und das Miteinander in den Quartieren nicht einfacher wird. Die Teilnahme könnte sich lohnen, denn die Preissumme ist mit 100.000 Euro stattlich; bewerben kann man sich nicht nur mit bereits initiierten Projekten, sondern auch mit Ideen, die noch Starthilfe brauchen oder bei einem ersten Anlauf gescheitert sind. Weitere Information ist auf der Website zu finden.

Ein Prototyp für das, was die Montag Stiftung noch sucht, könnten die seit 2009 bestehenden Prinzessinnengärten sein, die unter großem freiwilligen Engagement in Berlin einen Freiraum für die Nachbarschaft haben entstehen lassen. Hier wird Gemüse angebaut, in Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten, Mietergemeinschaften wird das Modell in anderen Teilen der Stadt verortet. "Es ist das perfekte Bild, denn hier kommt alles zusammen: Jugend und Verantwortung, Verwurzelung und Kreativität, Eigeninitiative und Individualität, ökologisches und soziales Bewusstsein", so Florian Heilmeyer in "der architekt". Dieses besondere Projekt mitten in Berlin hat derzeit allerdings keine Gewähr auf eine tragfähige Zukunft, der aktuelle Pachtvertrag läuft bald aus, die Betreiber fürchten, dass das Grundstück am Moritzplatz verkauft werden könnte, die Prinzessinnengärten bald vor dem Aus stehen könnten. Profitdenken vor Gemeinwohl, vielleicht ist es manchmal wirklich so einfach wie traurig. Aber noch ist es nicht so weit: Unterstützen Sie die Prinzessinnengärten und unterschrieben Sie die Petition.

Ums Selbermachen geht es auch beim dritten Urbanize-Festival, das derive Anfang Oktober in Wien veranstaltet. Dort kann man viel über Beteiligung und Aneignung, Mit- und Selbstbestimmung lernen, sich informieren, sich austauschen. Eine Wörterbuchinstallation des Performance-Künstlers Lars Schmid soll dort entstehen, Begriffe und kurze Texte rund um das Thema des Festivals werden auf große Pappkarten gedruckt, die beim Festival aufgehängt und zum Lesen von den Besuchern abgenommen werden können. Es werden noch Teilnehmer gesucht, die bis zum 20. September Textbeiträge dafür einreichen. Wen's interessiert, der sollte sich hier weiter informieren. Allez, les Urbaniseurs!

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