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Neugier lohnt sich

Ursula Baus | 07.09.2011 | Personen, Preise, Pointen
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Standort im Freibereich der Innenstadtuniversität. Der Roboter fräst die Kanten der Holztafeln und sägt anschließend flink die passenden "Zähne" hinein. (Bilder: Ursula Baus)

Dass die Universität Stuttgart eine Hochburg konstruktiven Tüftlerehrgeizes ist, weiß man seit vielen Jahrzehnten. Derzeit wirken an der Architekturfakultät zwei gut zusammen passende Akteure: Achim Menges, der die Möglichkeiten digitalen Entwickelns und Ausführens – also die unbedingte Zusammengehörigkeit von Erfinden, Planen und Umsetzen – stets voraussetzt und Jan Knippers, einem aus dem Büro Schlaich Bergermann und Partner entwachsenen Ingenieurs. Beide sind vergleichsweise jung (36 und 49) und wissen darüber hinaus Studenten zu motivieren und zu begeistern. So entwarfen, planten und bauten Studenten bereits 2010 einen kleinen Pavillon aus gebogenem Holz, um das Zusammenspiel neuer Werkzeuge zu erproben – und nun folgte ein weiteres Experiment, in dem ebene Holzflächen zu einem räumlichen Gebilde zusammengefügt wurden. Das Besondere daran: Die Studenten schauten zunächst, wie das Plattenskelett einer Seeigelart funktioniert und entwickelten daraus einen eigenen Entwurf, errechneten die Geometrie, programmierten einen 7-achsigen Roboter (ein Modell eines Augsburger Weltmarktführers wurde variiert) und bauten aus miteinander verzahntem Birkensperrholz zweischalige Module und aus denen den Pavillon. Nicht nur, dass der Pavillon durch einen schönen "Innenraum" besticht; er dient vor allem dazu, den Studenten Wissen und Lust am Bauen zu vermitteln. Erprobt wird ein Konstruktionsprinzip: Wie baut man Schalen aus vorgefertigten, zweischaligen Modulen? Die intelligente und einfallsreiche Art, wie man ans Konstruieren geht, wird hier vorbildlich praktiziert. ub

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