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Unsere Leser|innen

red | 06.06.2012 | Personen, Preise, Pointen
ppp_23_12_reaktionen
Weitergereicht: ein politisch brisantes Kassiber zum Thema "Brutalismus" und Reyner Banham
Spiegelung des Spiegel-Titelbildes (Bild: Goebel)

"Stuttgarts aktuelle Stadtzerstörung", Kw 21/12
"Ubiquitäre Investorenfassade" klingt gut und passt auch. Offenbar ist es in unserer Gesellschaft unvermeidlich, dass überall die längst bekannten Fehler wiederholt werden. Cui bono? Der Artikel liest sich auch gut, wenn man das Wort Stuttgart durch das Wort Frankfurt ersetzt. Ulli Scheffler, Frankfurt

"Brutalismus", Kw 20/12
Sie haben die Vorträge (der Brutalismus-Tagung)  inhaltlich exzellent zusammengefasst und selbst mit Ihrer Auffassung und fachlichen Kompetenz den Rahmen dazu gegeben. Kompliment und danke dazu. In einer Sache gestatten Sie mir eine kleine Korrektur. Die Ausgaben des Werkes von Reyner Banham "New Brutalism"  in englischer, französischer und deutscher Sprache wurden vom Karl Krämer Verlag hergestellt und verlegt. Für verschiedene Länder konnte ich damals Kooperations-Partnerverlage in Frankreich, den USA, England, den Niederlanden und der Schweiz  mit deren Imprint für den Vertrieb gewinnen. Der Autorenvertrag wurde zwischen Banham und dem Karl Krämer Verlag geschlossen. Jürgen Joedicke übernahm dieses Werk als Herausgeber der Dokumente der Modernen Architektur in diese Reihe. Vielleicht hilft dieser Hinweis die Suche nach der "Erstausgabe" zu verdeutlichen. Karl H. Krämer, Stuttgart

Herzlichen Dank für den schönen, guten, klugen Text, der endlich einmal (aber wie oft muß das eigentlich noch geschehen?!) mit dem dummen Missverständnis des Brutalismus aufräumt. Dass er nichts mit brutal, sondern mit brut zu tun hat, ist in die Köpfe der Gegner von Corbusier, von Mies u.a. einfach nicht hinein zu kriegen. Und ich wette schon jetzt, dass anlässlich der 125  Jahre Corbu-Feiern im Herbst das Wort Brutalismus wieder schöne Urständ' feiern wird – genau im Sinne des Brutalen. Mein Wetteinsatz: das Haus Fallingwater (ich kauf's vorher.) Reinhard Hübsch, Baden-Baden/ Berlin

"Verlage kämpfen ums Überleben", Kw 17/12, "BDA-Kritikerpreis", Kw 17/12
Claudia Hildner gratuliere ich zu ihrem Beitrag – leider hat sie nur allzu recht. Widersprechen muss ich allerdings
Ursula Baus zu ihrer Meldung "BDA-Kritikerpreis": Soweit mir bekannt, leisten sich mindestens drei deutsche Zeitungen eine/n eigene/n Redakteur/in für Architektur und die Nebenfächer: Dieter Bartetzko (FAZ), Hanno Rauterberg (Die Zeit), Laura Weißmüller (SZ). Wolfgang Jean Stock, München

"Algorithmus", Kw 16/12
Zufällig am 98. Todestag von Charles Sanders Peirce, dem Begründer der Semiotik, las ich Ihre Kritik, die ich sehr mutig finde, die aber denjenigen nicht weiterhilft, die auf wissenschaftlichem Niveau an der Entwicklung des Raumes aus semiotischer und logischer Sicht arbeiten. Ich habe parametrische Studentenarbeiten betreut. Ausnahmslos haben diese Studenten es abgelehnt, sich mit der Materie umfassend auseinandner zu setzen. Es interessierte sie nicht, was parametrisches Entwerfen bedeutet: welchen Wert es aus logischer und semiotischer oder ontologischer Sicht für den Architekten und die Architektur überhaupt haben könnte. Und dies ist bezeichnend für den Siegeszug dieser Methode.
Denn wenn auch ständig von Komplexität die Rede ist (siehe dazu auch das Interview mit Patrik Schumacher, Build 2/2012): Es geht nicht um diese, sondern um eine optimale Platzierung am Markt. Und je weniger Verantwortung, um so besser.
Diejenigen, die wissenschaftlich beziehungsweise logisch fundiert etwas zur Komplexität zu sagen haben, werden totgeschwiegen. Wie der deutsch-amerikanische Philosoph Gotthard Günther (1900-1984, Polykontexturale Logik) oder Max Bense (1910-1990), der zusammen mit Elisabeth Walther (www.elisabeth-walther-bense.de) die Peircesche Semiotik weiter entwickelt hat. Man muss feststellen, dass niemand die Tiefe der Problematik ausloten will. Und wenn sich auch ab und an kritische Stimmen in den Medien melden, ändert dies nichts. Eine andere Mode wird kommen und das parametrische Entwerfen ablösen. Doch man darf die Hoffnung nicht aufgeben. Prof. Doris Thut, München
(zum Weiterlesen: "Raum und Identität", eine Einführung für Architekten und Studenten in das Denken und Entwerfen in Relationen, außerdem "Kawasaki, Anleitung zur Entwicklung transklassischer, komplexer Raumsysteme")

"Lärm", Kw 12/12
Der Artikel von Ursula Baus "Lärm als ökonomisch legitimierte Körperverletzung" spricht mir aus der Seele. Ich beschäftige mich seit 30 Jahren mit dem Thema und habe dafür den Ausdruck "Zwangstinnitus" geprägt.  Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, aber er muss geführt werden. Teddy Puschkarski, Wien

"Naturtheater Energiewirtschaft", Kw 08/12
Mit Begeisterung habe ich den Artikel "Naturtheater Energiewirtschaft" von Wolfgang Kil im eMagazin "german-architects" gelesen. Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure hat beschlossen, sich dem Jahresleitthema "Energiewende – Dem Klimawandel begegnen"  zu verschreiben. Unter diesem allgemein gehaltenen Motto lassen sich vielfältige Aktionen und Themen subsummieren. Ein Aspekt ist der von Wolfgang Kil sehr klar und deutlich formulierte Anspruch an die Qualität der Gestaltung unserer (Um)welt. Dr. Wolfgang Naumer, Stuttgart

"Stuttgart21", "Rethink Mies", Kw 44/11, "Eine Fachzeitschrift weniger", Kw 45/11
Vielen Dank für Ihre Kommentare unter anderem zu S21!
Speziell möchte ich Ihnen zwei Dinge schreiben, allerdings in anderer Sache. Zum Ersten las ich neulich Ihre Besprechung zum "Relaunch" des Baumeister. Kurze Zeit darauf bekam ich just die von Ihnen rezensierte Ausgabe in die Hand, kam jetzt endlich zum ausgiebigen Studium – und muss Ihnen danach leider völlig Recht geben. Vor kurzer Zeit noch erwog ich ein Abonnenment, wie hätte ich mich geärgert!
Zum Zweiten habe ich noch eine Anmerkung zu Ihrem Artikel "Rethink Mies" vom 2.11.2011. Ich glaube, dass man bezüglich der Herren Schmidt und Steinbrück  nicht in Kulturpessimismus verfallen braucht. Es gibt eine sehr einfache Erklärung für das Cover des Buches "Zug um Zug": Nicht die beiden Herren haben das Brett falschherum aufgebaut, sondern dem Graphiker fiel es mit dem Bildmaterial am Schluss nochmal ein, das Motiv zu spiegeln – meiner Beobachtung nach ein nicht seltenes Verfahren; hier allerdings lässt es beide Strategen tatsächlich alt aussehen. Ich habe mal ein Bild angehängt mit der Rückspiegelung, und schachlich wirkt alles ganz harmlos... Machen Sie weiter so! Peter Goebel, Stuttgart

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