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Architekturzeichnungen in Berlin

Ursula Baus | 04.05.2011 | Personen, Preise, Pointen
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(Bilder: Ursula Baus)

Die regen Ausstellungsaktivitäten des Architekturmuseums der TU München (derzeit Exquisites aus seiner Fotosammlung, siehe Magazin 14/2011), des DAM (Europäischer Architekturfotografie-Preis 2011, Ausstellungseröffnung und Preisverleihung am 6.Mai) oder des SAAI in Karlsruhe rufen ins Gedächtnis, dass auch Berlin ein Architekturmuseum hat. Die Ausstellungsräume sind allerdings beklagenswert, am Ernst-Reuter-Platz liegen sie im Flachbau von Hans Scharoun, dort die Treppe hinunter, um die Ecke links und nochmals eine Etage tiefer: Hier hängen derzeit einige Schätze aus der Sammlung, die 1885 als "Architekturmuseum an der Technischen Hochschule zu Berlin" gegründet wurde und auch die Sammlung der 1799 gegründeten Bauakademie bei sich hatte. Die Sammlungen dienten zu allererst Ausbildungszwecken – mit Vorlagen fürs Entwerfen und Abbildungen zur Baugeschichte. Gründungsdirektor Julius Raschdorff wirkte für die Sammlung bis 1913 sehr rege, damals wie heute galt es zum Beispiel, Nachlässe zu sichern. Im Hamburger Bahnhof konnten die Bestände weitgehend "über den Krieg" gebracht werden, doch nicht alle: Bis heute gilt beispielsweise der Altbestand der Bauakademie als verschollen. Die erhaltenen Bestände gingen 1946 als "Plansammlung" an die TU Berlin zurück. Heute beziffert das Architekturmuseum Berlin seine Sammlung auf 130.000 Objekte – verglichen mit München (600.000) oder auch Karlsruhe (270.000) ist das nicht viel, dort allerdings spielt die Kontinuität an den Hochschulen eine bemerkenswerte Rolle. Der Vorteil des kleineren Bestands: Seit 2002 wird in Berlin mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft der Bestand digitalisiert, 120.000 hochauflösende Bilddateien lassen sich im Internet anschauen. Voraussetzung dafür war unter anderem, dass einer der weltweit größten (Cruse-)Scanner angeschafft wurde; um ein bisschen Geld damit zu verdienen, bietet des Museum  für überschaubare Euros schöne Faksimiles an.
Derweil wird an einer Dokumentation gearbeitet, und wenn diese fertig ist, wird auch eine große Ausstellung an anderem Ort stattfinden. Für Bestandsdokumentationen und -auswertungen setzt nach wie vor Winfried Nerdingers Buch "Die Architekturzeichnung" Maßstäbe (1984 zur gleichnamigen Ausstellung damals im DAM). Wir sind neugierig darauf, wie es in Berlin weitergeht und halten Sie auf dem laufenden. ub

Architekturmuseum Berlin, Flachbau der Universität, Straße des 17. Juni 150, Mo-Do 12-16h

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