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Aus verschiedenen Blickwinkeln

Simone Hübener | 23.05.2012 | Personen, Preise, Pointen
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Bevor beim Neubau oder der Sanierung einer Schule mit der Entwurfsplanung begonnen werden kann, müssen viele Fragen beantwortet, Bedarfe geklärt werden. Mit dieser "Phase Null" beschäftigt sich "Schulen planen und bauen. Grundlagen und Prozesse", das als Kooperationsprojekt zwischen den Montag Stiftungen Urbane Räume sowie Jugend und Gesellschaft, dem Jovis Verlag und dem Kallmeyer/Klett-Verlag entstanden ist.
Der erste Teil listet die Gründe auf, warum Schule neu gedacht werden muss, bietet einen Überblick über die zentralen Herausforderungen bei Schulbauten und befasst sich intensiv mit den Nutzern und ihren Räumen.
Danach geben die Autoren konkrete Hilfestellungen für den Planungsprozess, besonders im Hinblick auf die bereits erwähnte Phase Null. "Module für den Einstieg in die gemeinsame Planung", als vorbildlich erachtete Projekte – in Deutschland scheint es davon leider nur wenige zu geben – und ein ausführlicher Anhang mit Glossar, Links und vielem mehr machen aus dem grafisch hervorragend gestalteten Buch eine empfehlenswerte Lektüre. Für den Leser wäre sie allerdings leichter gewesen, wenn nicht überall die weiblichen und die männlichen Bezeichnungen verwendet worden wären. Die beiden Formen abzuwechseln oder sich auf eine festzulegen, wäre sinnvoller gewesen und hätte den Lesefluss nicht unnötig behindert. Gelungen sind wiederum die Bildstrecken, Grafiken und Tabellen, welche die Inhalte der verschiedenen Beiträge veranschaulichen und vertiefen.

Mit einem ähnlichen Titel wie das zuerst besprochene Buch wartet die Neuerscheinung von kopead auf: Schule bauen. Auch wenn man sich darunter alles und nichts vorstellen kann, wird bereits nach kurzer Lektüre und in Anbetracht des herausgebenden Verlags, eines Fachverlags für Kommunikation und Pädagogik, klar, dass mit diesem Buch Allgemeinwissen zu den Themen Architektur, Stadtplanung und gebauter Umwelt für Schüler und Lehrer vermittelt und an einem Schulneubau detaillierter betrachtet werden sollen.
Im ersten Teil befasst sich Oliver Heiss mit dem Basiswissen. Seine Texte sind für alle interessant, die einen Einstieg in die Thematik suchen, also auch für Lehrer, die diesen Unterrichtsstoff an ihre Schüler vermitteln wollen oder müssen. Am Ende leitet er etwas zu beiläufig zum zweiten Teil über, der den Planungs- und Bauprozess des Ammerseegymnasiums in Dießen zum Inhalt hat. Für Schüler und Lehrer verständlich sowie kurz und bündig reichen die Ausführungen von den ersten Diskussionen über den Bau bis hin zu Befragungen der dort lernenden Kinder und Jugendlichen.
Der dritte Abschnitt liefert mit theoretisch ausgerichteten Beiträgen schließlich auch für Architekten relevante Informationen zu "Architekturpsychologie und Schulbau", "Die Sicht des Lehrers" und weiteres mehr. Zu erwähnen bleibt noch das Glossar im Anhang, in dem viele wichtige Begriffe aus der Architektur erläutert werden. Alle Worte, die im Fließtext mit einem Sternchen gekennzeichnet sind, finden sich dort wieder.

Architekten und besonders auch Architekturstudenten, die oftmals auf der Suche nach geeigneten Detailzeichnungen sind, dürften sich über die Neuerscheinung "Passivhäuser. Schulen und Kindergärten" freuen. Denn neben der Projektbeschreibung eines jeden Gebäudes machen die skizzenhaften und maßstäblichen Zeichnungen den Hauptteil des Buchs aus. Sie helfen allen Planern, die erst wenige oder noch gar kein Objekt in Passivhausbauweise realisiert haben. Zuerst bietet eine Tabelle mit Zeichnungen der Einzelbauteile und ihrer bauphysikalischen Kennwerte einen Überblick, bevor einige Details in 1:10 oder 1:5 mit einer ausführlichen Legende dargestellt werden. Die einleitenden Projekttexte fallen mal kürzer, mal länger aus und haben unter anderem die Konstruktion und die Gebäudetechnik zum Thema.
Wem es nicht allein um den Inhalt geht, der stolpert bei der Lektüre über Sätze wie "..., dass bereits zu Beginn des Nutzungszeitraums zu Beginn des Tages..." oder "Die Wärmeverluste von Wärmebrücken werden mithilfe von Wärmebrückenverlustkoeffizienten beschrieben,..." Man versteht selbstverständlich, was die Autoren damit sagen wollen. Dennoch hätte eine höhere sprachliche Qualität das Buch aufgewertet. Besonders nützlich ist dagegen die beiliegende CD-Rom, auf der zu jedem der gezeigten Details eine DWG- und eine DXF-Datei zu finden ist. Dazu muss allerdings eine Software installiert werden, die laut den Angaben im Buch nur auf Windows-Rechnern läuft. Ihre Oberfläche ist gut strukturiert und leicht verständlich aufgebaut, so dass man direkt mit der Arbeit beginnen kann.

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